Direkter Fachhochschulzugang für Meister ab Wintersemester 2008/09

Meisterinnen und Meister und ihnen Gleichgestellte sollen in Bayern ab dem kommenden Wintersemester 2008/09 einen direkten fachgebundenen Fachhochschulzugang erhalten. Dies gab Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Mittwoch in München anlässlich der zweiten Lesung im Bayerischen Landtag zum Gesetz zur Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes bekannt.

25.06.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Goppel: "Mit dem Fachhochschulzugang für Meisterinnen und Meister wollen wir die Attraktivität der dualen Berufsausbildung weiter steigern und somit ein noch größeres Potential leistungsfähiger und -bereiter Nachfrager nach einer Berufsausbildung im dualen System erreichen." Die Hochschulreform 2006 hatte die Möglichkeit geschaffen, dass die besten 20 Prozent eines Prüfungsjahrgangs der Meisterinnen und Meister und ihnen Gleichgestellte einen direkten fachgebundenen Fachhochschulzugang erhalten. Die bisher positiven Erfahrungen wurden zum Anlass genommen, diesen Weg künftig auf alle Absolventinnen und Absolventen der Meisterprüfung und ihnen Gleichgestellte sowie Absolventinnen und Absolventen von Fachakademien und Fachschulen zu erstrecken. "Bayern setzt damit ein wichtiges Signal für die Durchlässigkeit seines Bildungssystems und die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung", so der Minister. Umfassende Informationen im Internet unter www.stmwfk.bayern.de/hs_meister.html mit einer Zuordnungsliste für den Zugang zu Fachhochschulstudiengängen.

Das Gesetz zur Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes sieht außerdem Regelungen zu den Studienbeiträgen von Studierenden aus Nicht-EU-Ländern, Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Hochschulzugang des doppelten Abiturjahrgangs im Jahr 2011 und Änderungen beim Eignungsfeststellungsverfahren vor.

Studienbeiträge – Befreiungsquote für ausländische Studierende aus Nicht-EU/EWR-Staaten

Für besonders leistungsfähige ausländische Studierende aus Nicht-EU/EWR-Staaten, die keinen Anspruch auf das Bayerische Studienbeitragsdarlehen haben, soll es künftig die Möglichkeit einer Befreiung von den Studienbeiträgen geben. Goppel: "Bayern schafft eine eigene Befreiungsquote von bis zu 20 Prozent für solche ausländischen Studierenden, die keine Darlehensberechtigung haben. Damit steigern wir die Attraktivität des Studienstandorts Bayern für qualifizierte ausländische Studierende, die später in ihren Heimatländern Verantwortung in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft übernehmen und internationale Kontakte pflegen." Wer in Bayern studiert habe, werde auch später eher die Zusammenarbeit mit Bayerns Wissenschaft und Wirtschaft suchen, als jemand, dem Land und Sprache fremd sind, so Goppel weiter. Die Hochschulen erhalten ab dem Wintersemester 2008/09 die Möglichkeit, nach den Gegebenheiten des jeweiligen Einzelfalls über eine Befreiung zu entscheiden.

Doppelter Abiturjahrgang 2011

Zudem enthält der Gesetzentwurf Regelungen, die die Bewältigung der steigenden Studierendenzahlen, insbesondere in Zusammenhang mit dem doppelten Abiturjahrgang 2011, betreffen. Um Abiturientinnen und Abiturienten des letzten Jahrgangs des neunjährigen Gymnasiums, die im Jahr 2011 das Abitur ablegen, einen Studienbeginn auch in Studiengängen mit Eignungsprüfungen und Eignungsfeststellungsverfahren bereits zum Sommersemester 2011 zu ermöglichen, sind sie zur Teilnahme an diesen Verfahren auf der Grundlage der Zeugnisse über die Ausbildungsabschnitte 12/1 bis 13/1 berechtigen.

Auswahlrecht der Hochschulen

Um das Auswahlrecht der Hochschulen im Interesse der Verbesserung des Studienerfolgs zu stärken, sieht das Änderungsgesetz zudem eine Erweiterung der Eignungsfeststellungsverfahren vor. Goppel: "Wir wollen das Auswahlrecht der Hochschulen stärken." Die Möglichkeit des Eignungsfeststellungsverfahrens soll dadurch erweitert werden, dass eine Hochschule nicht nur in einzelnen, sondern in mehreren Studiengängen ein solches Verfahren vorsehen kann, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.


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