Große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bei MINT-Studienfächern
"Den Vorsprung zu nutzen und vor allem mehr Mädchen und junge Frauen für ein Studium der Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Technik zu gewinnen – das ist die große Herausforderung, der sich Sachsen in den kommenden Jahren stellen muss", reagiert Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange auf die heute veröffentlichten Ergebnisse der PISA E –Studie. Der Studie zufolge hatten sächsische Schülerinnen und Schüler beim Ländervergleich 2006 in den Naturwissenschaften besonders gut abgeschnitten.
18.11.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus"Das hervorragende Potenzial der sächsischen Schülerinnen und Schüler, ihre guten Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Naturwissenschaften und Technik dürfen nicht brachliegen." Momentan klaffe zwischen dem Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften im naturwissenschaftlich-technischen Bereich und der Nachfrage nach den entsprechenden Studienplätzen noch eine große Lücke, so die Wissenschaftsministerin. Vor allem junge Frauen und Mädchen hätten Naturwissenschaften und Technik als Studienrichtung noch zu wenig im Fokus. "Diese Lücke muss vor dem Hintergrund des drohenden Mangels an Fachkräften in der Wirtschaft, aber auch an wissenschaftlichem Nachwuchs für Sachsens Hochschulen und Forschungseinrichtungen dringend geschlossen werden." Die Ministerin appellierte vor diesem Hintergrund an sächsische Hochschulen und Unternehmen, mit Praktika, Schnuppertagen oder Tagen der offenen Tür junge Leute für diesen Bereich zu interessieren. Sachsens Wissenschaftsministerium stelle im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 für die Konzeption von Lehrveranstaltungen, die sich ausschließlich an Frauen richten und diese für technische Fachrichtungen zu gewinnen versuchen, 1 Million Euro (2007 bis 2010) zusätzlich zur Verfügung.
2008 haben in Sachsen 5800 Studienanfänger/innen ein ingenieurwissenschaftliches Studium begonnen. Damit bilden die Ingenieurwissenschaften zwar die größte Fächergruppe an den sächsischen Hochschulen, dies sei allerdings "vor dem Hintergrund eines bis 2020 zu erwartenden dramatischen Fachkräftemangels besonders in den Ingenieur- und Naturwissenschaften noch zu wenig." Bereits ab 2010 könnten die sächsischen Hochschulen nach gegenwärtigem Stand den Bedarf des Arbeitsmarktes an Ingenieuren (insbesondere im Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen) nicht mehr decken.
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