Hochschullehrer der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Stuttgart erhalten Landeslehrpreis

Der Landeslehrpreis im Bereich der Universitäten geht in diesem Jahr an Hochschullehrer der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Stuttgart. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg hat die mit insgesamt 120.000 Euro dotierte Auszeichnung am 7. Dezember in Freiburg verliehen. Die Auszeichnung erfolgte im Rahmen des landesweiten "Tages der Lehre", der in diesem Jahr von der Universität Freiburg veranstaltet wurde.

07.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Gute Struktur- und Rahmenbedingungen für die Lehre sind an allen Hochschularten von großer Bedeutung, denn die Qualität der Wissensvermittlung spielt im Hochschulwettbewerb eine wichtige Rolle. Die Förderung guter Lehre ist deshalb ein Kernziel der Hochschulpolitik des Landes", sagte Wissenschaftsminister Frankenberg anlässlich der Preisverleihung.

Mit dem Landeslehrpreis möchte das Land die herausragende Leistung einzelner Hochschullehrer ideell und materiell honorieren und die besonderen Lehrleistungen öffentlichkeitswirksam würdigen. "Damit verbessern wir die Arbeitsmöglichkeiten der Preisträger und fördern bewusst auch den Wettbewerb um herausragende Lehrqualität."

Anforderungen und Stellenwert der akademischen Lehre hätten sich, so Frankenberg, durch die Studienreform im Zuge des Bologna-Prozesses deutlich erhöht. "Die heutigen Preisträger sind hervorragende Beispiele dafür wie die Hochschullehrer im Land diese Herausforderungen angenommen haben."

Das Land habe diese Entwicklung mit dem 2003 eröffneten Hochschuldidaktikzentrum Baden-Württemberg und dem 2001 eingerichteten universitätsübergreifenden Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik in der Medizin unterstützt. "Diese beiden Einrichtungen haben seither national und international große Beachtung gefunden. Mit dem Baden-Württemberg-Zertifikat ist es uns gelungen, die Verbesserung der Lehrkompetenz weiter voranzubringen", betonte der Wissenschaftsminister.

Für den Landeslehrpreis 2007 wurden drei von den neun Vorschlägen der Universitäten vom internationalen Gutachtergremium als besonders herausragend bewertet und mit dem Preisgeld von jeweils 40.000 Euro bedacht.

Prof. Dr. Frank Allgöwer, Universität Stuttgart

Die Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Frank Allgöwer zeichnen sich durch einen didaktisch besonders durchdachten Aufbau sowie entsprechende Begleit- und Zusatzmaterialien aus. Seine Zielsetzung ist dabei, das vermittelte theoretische Wissen im Bereich Regelungstechnik mit vielen praxisnahen Angeboten zu verknüpfen und somit die Studierenden optimal auf das Berufsleben vorzubereiten. Ferner wertete das Gutachtergremium das Engagement Allgöwers für die Gewinnung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte durch Orientierungsveranstaltungen für Schüler positiv. Hierunter fällt auch der von ihm einmal jährlich durchgeführte "Roborace-Wettbewerb". Mit diesem von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützten Projekt sollen Schüler und Studienanfänger für die Ingenieurwissenschaften begeistert werden, indem sie in Teamarbeit einen Roboter bauen und anschließend programmieren. Mit seinem Engagement ist es dem Leibnizpreisträger 2004 gelungen, Forschung auf internationalem Niveau mit herausragender Lehre zu verzahnen.

Prof. Dr. Stephan Frings, Universität Heidelberg

Ausgezeichnet wird die Entwicklung des Lehrprogramms "Neurobiologie der Sinne" und dessen Einführung an der Fakultät für Biowissenschaften. Dieser Entscheidung liegt eine exzellente Evaluierung dieses Lernprogramms hinsichtlich Konzeption, Inhalt, Didaktik sowie der zur Verfügung gestellten Begleitmaterialien seitens der Studierenden zugrunde. Das Programm wird von einer hervorragenden Internetpräsenz mit interaktiven Angeboten (Online-Selbsttest) begleitet und durch ein Lehrlabor ergänzt. Das innovative Lehrprogramm erstreckt sich über die gesamte Ausbildung im Bereich Bachelor/Master bis hin zur Promotion. Das Konzept des Lehrprogramms ist grundsätzlich auf andere Fächer und Forschungsrichtungen übertragbar und hat somit fachübergreifende Bedeutung gewonnen.

Prof. Dr. Heiner Schanz, Universität Freiburg

Beeindruckt hat die Gutachter die komplette Neukonzeption und Betreuung des seit Wintersemester 2005/06 laufenden neuen internationalen, englischsprachigen Masterstudiengangs "Environmental Governance" (MEG). Hierbei handelt es sich um einen bedarfsorientierten auf der Basis von Arbeitsmarktanalysen entwickelten, internationalen, englischsprachigen Studiengang. Dessen Innovationskraft beruht auf der inhaltlichen Konzeption mit einer einzigartigen Fächerkombination und der Verknüpfung ansonsten isoliert betrachteter disziplinärer Theorie- und Methodenansätze für die umweltpolitische Steuerung. Das Dozententeam ist interdisziplinär und fakultätsübergreifend. Das didaktischer Konzept beruht auf einer konsequenten Verbindung von Präsenzlehre mit e-learning. Trotz seiner relativ kurzen Laufzeit wurde der Studiengang bereits im Jahr 2006 durch die AQUIN akkreditiert und Ende Dezember 2006 in das DAAD-Förderprogramm "Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik an Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland" aufgenommen.

Weitere Informationen: mwk.baden-wuerttemberg.de/themen/studium/aktion_gutes_studium/landeslehrpreis/


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