Lehrermangel: Größeres Problem als PISA?
(bikl) „Wir werden mit dem Lehrermangel die nächsten Jahre leben müssen, und ich fürchte, das wird das größte Problem sein, vor dem andere Probleme, wie etwa die PISA-Reformen, verblassen werden", erklärt der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, im aktuellen [Themendienst didacta 2006](http://bildungsklick.de/didacta/einzelansicht/28).
20.01.2006 ArtikelDennoch erteilt er dem Modell "Lehrer light", bei dem Studenten bereits mit dem Bachelorabschluss in die Schulen geschickt würden, eine klare Absage. "Man hat in allen 16 Bundesländern versäumt, rechtzeitig Werbung für den Lehrerberuf zu betreiben. Kurzfristig ist dieser Mangel nun nicht behebbar. Aber die richtige Antwort kann nicht sein, die Qualität abzusenken, durch einen Lehrer light etwa, sondern man muss Seiteneinsteiger, Studienumsteiger bestmöglich nachqualifizieren. "
Auch Prof. Dr. Klaus Jenewein von der Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg tritt der Befürchtung entgegen, es könne einen Lehrer light geben, der bereits nach dem Bachelorabschluss in die Schulen geschickt würde: „Wären die Bundesländer der Ansicht, dass ein sechssemestriges Studium für die Lehrertätigkeit reicht, hätten sie schon längst die Lehrerausbildung an die Fachhochschulen verlagern oder etwa FH-Absolventen einstellen können.“
Keine Absolventen zweiter Klasse
Gleichwohl tritt der Hochschullehrer für eine Lehrerausbildung nach dem Bachelor-/Mastermodell ein und hält es für wichtig, dass sich die Lehrerausbildung den neuen internationalen Standards nicht verschließt, „ansonsten besteht die Gefahr, dass die Lehrer in Zukunft Universitätsabsolventen zweiter Klasse sind und die forschungsorientiert ausgebildeten Master das Arbeitsmarktfeld Hochschule allein unter sich aufteilen."
Die beiden Experten werden während des Hochschultags auf der didacta 2006 in Hannover, am 22.02.06 um 14 Uhr über "Pädagogen light? Der Bologna- Prozess und die pädagogischen Studiengänge" diskutieren.
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