Sachsens Wissenschaftsministerin erteilt neuem "nationalem Stipendien-System" klare Absage
"Wir halten nicht den Schirm für den Studiengebührenregen der anderen Bundesländer", sagte Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, heute in Berlin am Rande der Beratungen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder in Berlin. Sie erteilte damit dem Vorschlag des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministers Andreas Pinkwart ein "nationales Stipendien-System" einzuführen eine klare Absage. Die Länder hatten sich zuvor darauf verständigt eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die die Möglichkeiten für den Ausbau des Stipendienwesens in Deutschland erörtern und entsprechende Vorschläge erarbeiten solle.
16.07.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und TourismusDie Studierenden zuerst mit Studiengebühren zu belasten und dann - mit Einführung eines Stipendien-Systems - so zu tun, als wolle man ihnen unter die Arme greifen, sei schlicht unredlich. Stattdessen wäre es nur ehrlich von Anfang an auf Studiengebühren zu verzichten. Das neue sächsische Hochschulgesetz, das in der vergangenen Woche in den Landtag eingebracht worden sei, setze mit der Festschreibung der Studiengebührenfreiheit genau an dieser Stelle an.
"Anstatt einigen wenigen Studenten mehr Geld in die Hand zu geben, mit dem diese weder schneller noch besser studieren können", sei es weit sinnvoller, mehr Geld direkt in die Hochschulen zu investieren, um die Lehrkapazitäten ausbauen und Betreuungsverhältnisse verbessern zu können. "Im Übrigen gibt es unter anderem mit der Studienstiftung des deutschen Volkes ein Begabtenförderungswerk, das von Bund und Land und weiteren Förderern getragen wird."
Ein weiterer wichtiger Schritt sei eine Erweiterung des BaföG als dem zentralen Instrument zur Herstellung von Chancengleichheit. Zwar sei es gelungen, zum Wintersemester 2008/ 2009 das BAföG um 10 Prozent zu erhöhen, nun müsse es aber auch kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen des Studiums (z.B. Teilzeitstudium, berufsbegleitend) angepasst werden. Darüber hinaus gelte es ein Schüler-BAföG einzuführen, um die Zahl der Studienberechtigten zu erhöhen.
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