Wissenschaftsministerin Kraft unterzeichnet neue Zielvereinbarung mit Fachhochschule Düsseldorf
Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In diesen Wochen schließt das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen ab. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft und der Rektor der Fachhochschule Düsseldorf, Professor Dr. Hans-Joachim Krause, unterzeichneten heute (23.03.) in Düsseldorf die Zielvereinbarung der zweiten Generation.
23.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-WestfalenMinisterin Kraft: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit."
Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.
Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das Ministerin Kraft vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Kraft: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."
Die neuen Verträge schließen an die Zielvereinbarungen an, die das Land erstmals vor drei Jahren abgeschlossen hatte. Die Bilanz der ersten Vertragsrunde falle, so Ministerin Kraft, positiv aus. Es sei gelungen, die Hochschulen auf besondere Leistungsbereiche hin zu orientieren und daraus sichtbare Profile zu entwickeln.
Im Vorfeld der zweiten Zielvereinbarungen hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Fachhochschulen zwischen 10 und 25 Prozent, unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Architektur, Chemieingenieurwesen/Chemie und Maschinenbau. Das entspricht einer Größenordnung von 3.164 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.
Die Zielvereinbarung mit der Fachhochschule Düsseldorf sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert.
- Folgende Profilbereiche sollen besonders gefördert werden:
o Medien (insbesondere Medientechnik, berufsgruppenorientierte Medienkompetenz und interaktive Präsentationssysteme)
o Kommunikation (insbesondere Kommunikationsforschung und Kommunikationsdesign)
o Informationstechnologie (insbesondere Web Automation, technische Kommunikation und spezielle E-Learning-Systeme)
Die Orientierung an diesen Profilen wird in allen Fachbereichen stattfinden, insbesondere im Ende 2000 gegründeten Fachbereich Medien. In einem fachbereichübergreifenden Institut (MKI) werden die interdisziplinären Kompetenzen in Lehre und Forschung auf den Gebieten Medien, Kommunikation und Informationstechnologien weiter gebündelt und der Ausbau und die Entwicklung auf diesen Gebieten verstärkt.
- Um den Wissens- und Technologietransfer zu steigern, wird die Hochschule Strukturen optimieren, die die Zusammenarbeit mit Kooperations- und Transferpartnern unterstützen. Ziel ist es, den Partnern in der Region den Zugang zu wissenschaftlichen Ressourcen zu erleichtern und die eingeworbenen Drittmittel zu erhöhen.
- Die Fachhochschule Düsseldorf strebt weitere Kooperationen mit regionalen Hochschulen an, vor allem bei der Konzeption gemeinsamer Studiengänge und der Durchführung von kooperativen Promotionen. Dazu setzt sie etwa ihre erfolgreiche Kooperation mit der Robert-Schumann-Hochschule fort, indem der gemeinsame Studiengang "Ton- und Bildtechnik" auf das Bachelor-/Master-System umgestellt wird.
- Zur Verbesserung des Übergangs von der Schule zur Hochschule wird die Fachhochschule Düsseldorf ihr bisheriges Konzept intensiv weiterverfolgen. Es umfasst einerseits enge Kooperationen mit den Schulen in der Region - z.B. mittels Schulbesuchen, Facharbeiten, Hospitationen oder Informationsveranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer. Zum andern stellt es vielfältige Hilfestellungen zur Studienwahl bereit, wie einen Tag der offenen Tür, Broschüren oder einen Internetauftritt.
Ministerin Kraft: "Durch die interdisziplinär angelegten Bereiche Gestaltung, Technik, Soziales und Wirtschaft bietet die Fachhochschule Düsseldorf mit ihrer vernetzten Lehre und Forschung ein fundiertes Angebot mit dem Querschnittsprofil "Medien, Kommunikation und Informationstechnologie". Als regional eingebundene Medien-Hochschule der Stadt Düsseldorf mit überregionaler Bedeutung fördert sie die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Region."
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