Zöllner: Duale Studiengänge ermöglichen eine doppelte Qualifikation

In Mainz hat die Landeskommission für duale Studiengänge ihre Arbeit aufgenommen. Zielsetzung dieses Gremiums, das durch das neue Hochschulgesetz des Landes gegründet wurde, ist der Ausbau dualer Studiengänge in Rheinland-Pfalz. Sie bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich zweifach zu qualifizieren. Studium und Berufsausbildung werden gleichzeitig absolviert. So kann beispielsweise der Abschluss Industriekauffrau/man mit dem Erwerb eines Hochschulgrads (Betriebswirtin/Betriebswirt) verknüpft werden.

18.05.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Es wird uns nur gelingen, das Angebot an ausbildungsintegrierten Studiengängen zu erweitern, wenn wir Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch bringen. Ich möchte mit der Landeskommission eine neue Qualität der Zusammenarbeit erreichen", erläuterte Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur.

Durch die Kommission soll es für die Unternehmen - ähnlich wie in Ländern mit Berufsakademien - möglich sein, ihre Vorstellungen in die Gestaltung dualer Studiengänge an Fachhochschulen einzubringen. Sie hat den gesetzlichen Arbeitsauftrag, Empfehlungen für die Einrichtung und Ausgestaltung der dualen Studiengänge an die Fachhochschulen zu geben. Über die Umsetzung dieser Empfehlungen entscheiden an den Hochschulen die Senate. Bei abweichender Beschlussfassung ist das Benehmen mit der Landeskommission herzustellen.

"Dies ist kein Eingriff in die Hochschulautonomie", betonte der Minister bei der ersten Sitzung. "Ich freue mich, dass mich die Fachhochschulen in meiner Auffassung unterstützen, dass die Ausbildung im Interesse der jungen Menschen und ebenso im Interesse der wirtschaftlichen Erfordernisse gestaltet werden muss", so Zöllner.

Das Gremium setzt sich aus zehn staatlichen Mitgliedern aus dem Bereich der Fachhochschulen, Wirtschafts-, Bildungs- und Wissenschaftsministerien, zehn unternehmerischen aus dem Bereich der Industrie-, Handels-, Handwerks,- Architekten-, und Ingenieurkammern Rheinland-Pfalz, drei gewerkschaftlichen und drei studentischen Mitgliedern zusammen. Die Kommission habe ihre Arbeitsfähigkeit sofort unter Beweis gestellt und einen hoch qualifizierten Vorsitzenden und Stellvertreter gewählt, erläuterte der Minister. Für die nächsten eineinhalb Jahre wird Fritz Krieg, Prokurist für den Bereich Ausbildung bei der BASF, den Vorsitz übernehmen. Unterstützt wird er von seinem Stellvertreter, Professor Dr. Rüdiger Falk von der Fachhochschule Koblenz.

"Wir wollen für junge Menschen an der Entwicklung einer hochwertigen Ausbildung mit gleichzeitigem Hochschulabschluss arbeiten und die sich im Gesetz bietenden Chancen voll zur Geltung bringen", kommentierte Krieg seine Wahl.

"Angesichts des sich verstärkenden Wettbewerbs um leistungsstarke Jugendliche zwischen den Hochschulen sehe ich in den dualen Studiengängen eine wichtige Möglichkeit der Fachhochschulen, sich im >Hochschulmarkt< zu profilieren", erklärte Falk und ergänzte: "Die bereits existierenden dualen Studiengänge zeigen, dass die Nachfrage von jungen Menschen nach einer Verzahnung von Praxis und Hochschulstudium in einem Curriculum äußerst hoch ist. Daher freue ich mich, dass das Land Rheinland-Pfalz eine Vorreiterrolle übernommen hat und auch über das Vertrauen der Kommission in meine Person durch die Wahl zu ihrem stellvertretenden Vorsitzenden."

"Die Verzahnung zwischen Studium und beruflicher Ausbildung bringt den jungen Menschen nicht nur eine Ersparnis an wertvoller Lebenszeit, sondern qualifiziert sie hochwertig in Praxis und Theorie", urteilte Wissenschaftsminister Zöllner. Während der gesamten Ausbildungszeit seien die Studierenden, die zugleich Auszubildende sind, in die Arbeitsabläufe der beteiligten Unternehmen integriert. Dieses Konzept garantiere einen hohen Praxisbezug der Absolventinnen und Absolventen und eine frühzeitige Identifikation mit ihren Firmen.

Die Studierenden würden frühzeitig erkennen, welche Einsatzgebiete innerhalb ihres Betriebs für sie geeignet und von Interesse seien. Die Studierenden könnten dann auch zielgerichtet Schwerpunkte im Studium setzen.


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