didacta-Podcast

„Es ist hochrentabel, viele internationale Studierende im Land zu haben“

Bildungsqualität, Visaregelungen, Wohnraum? Internationale Studierende weltweit suchen ihr Gastland nach vielen Kriterien aus – und die unterliegen aktuell einem Wandel. Wie steht es um die Wissenschaftsfreiheit der USA? Wie attraktiv sind deutsche Universitäten? Darüber spricht DAAD-Generalsekretär Dr. Kai Sicks im didacta-Bildungspodcast.

18.02.2026 Bundesweit Artikel Anna Petersen
  • © DAAD/Ittermann Dr. Kai Sicks ist seit 2021 Generalsekretär des DAAD.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert jährlich rund 150.000 Studierende und Forschende, unterstützt den Hochschulbetrieb in der Ukraine ebenso wie den Aufbau von Hochschulen in Ländern des Globalen Südens. Inwiefern geopolitische Veränderungen und Spannungen die internationale Bildungszusammenarbeit beeinflussen, schildert Sicks im Gespräch mit Redakteurin Anna Petersen. Außerdem erzählt der DAAD-Generalsekretär, warum immer mehr internationale Studierende nach Deutschland kommen – und bleiben.

Das Gespräch führte Anna Petersen am 15. Januar.

Anna Petersen: Herr Sicks, Deutschlands Wirtschaft stagniert und eine migrationsfeindliche Partei erfreut sich hoher Umfragewerte. Das klingt erst mal nicht so willkommen heißend. Trotzdem steigt die Zahl internationaler Studierender in Deutschland an, derzeit sind es rund 420.000. Was macht Deutschland für diese Menschen attraktiv?

Dr. Kai Sicks: Tatsächlich ist der Anstieg der internationalen Studierenden etwas, das wir jetzt seit 15, 20 Jahren beobachten. Die Zahlen gehen kontinuierlich nach oben, jedes Jahr so um zwei bis fünf Prozent weiter. Das heißt: Tatsächlich ist Deutschland durchgängig attraktiv oder wird immer attraktiver, auch weltweit. Was macht Deutschland attraktiv? Also, zuallererst mal eine sehr hohe Qualität der Hochschulen. Die Studiengänge sind ausgesprochen gut ausgerichtet auf spätere Möglichkeiten, im Arbeitsmarkt Platz zu finden. Wir haben auch natürlich in Deutschland keine oder geringe Studiengebühren. Gerade wenn man das mit anderen sehr attraktiven Aufnahmeländern vergleicht wie den USA oder Großbritannien, dann ist Deutschland hier natürlich auch günstiger. Man muss Lebenshaltungskosten finanzieren, aber eben nicht Studiengebühren zusätzlich zahlen. Und es kommt noch ein Punkt dazu: Über die letzten zehn Jahre insbesondere haben die deutschen Hochschulen zunehmend viele englischsprachige Studiengänge aufgebaut. Das heißt, es ist inzwischen auch so, dass Deutschland attraktiv ist für Studierende aus dem Ausland, die nicht schon Deutsch auf einem Niveau sprechen, das sie hier in die Lage versetzt, wirklich auf Deutsch zu studieren.

Hier können Sie die aktuelle Folge des didacta-Podcasts anhören:

Anna Petersen: Sie haben gerade schon erwähnt, dass viele deutsche Universitäten keine oder im internationalen Vergleich zumindest keine besonders hohen Studiengebühren einfordern. Studienplätze für internationale Studierende verursachen ja sicherlich erst einmal Kosten. Sie haben aber letztes Jahr Folgendes errechnen lassen: dass nämlich jeder Jahrgang internationaler Studierender langfristig rund acht Mal mehr zu den Einnahmen der öffentlichen Haushalte beiträgt, als der Staat für ihn per Saldo investiert. Wie kommt denn dieses Ergebnis zustande? Können Sie das einmal für uns aufschlüsseln?

Dr. Kai Sicks: Ja, sehr gerne. In der Tat ist das so. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft für uns volkswirtschaftlich berechnet. Also, es geht erst mal damit los und da haben Sie Recht, dass der deutsche Staat in internationale Studierende investiert, indem wir die Kosten für das Studium hier in Deutschland aus deutschen Steuermitteln finanzieren. Aber wir wissen umgekehrt auch, dass fast die Hälfte der internationalen Studierenden, nachdem sie dann das Studium abgeschlossen haben, in Deutschland bleibt und hier arbeitet. Und viele bleiben für den Rest ihres Lebens, wenn auch nicht alle. […]

Das komplette Gespräch finden Sie auf Spotify, Apple, Deezer und Podcast.de.



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