Kommentar

“Großbritanniens Ausstieg aus dem ERASMUS-Programm ist ein Fehler”

Viele junge Menschen haben ihre Frustration über den Ausgang des Brexit zum Ausdruck gebracht. Nun folgt auch der Austritt aus dem ERASMUS-Programm. Lesen Sie hier einen Kommentar von Professor Maurits van Rooijen, Chief Academic Officer von Global University Systems (GUS) und Rektor der University of Europe for Applied Sciences.

06.01.2021 Bundesweit Artikel Professor Maurits van Rooijen
  • © www.pixabay.com

Meiner Meinung nach macht die UK einen großen Fehler, das von erheblichem nationalem Interesse geprägte ERASMUS-Programm nicht fortzuführen. Studenten an britischen Universitäten haben zwar nicht immer Schlange gestanden, um die Vorteile des sogenannten ERASMUS-Programms zu nutzen, das den Studentenaustausch zwischen verschiedenen Ländern ermöglicht. In den ersten Jahrzehnten dieses Programms zögerten britische Studenten, die Chance zu nutzen, einen Teil ihres Studiums in einem anderen Land zu absolvieren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern, wo die Mobilitätsmöglichkeiten im Großen und Ganzen eine wachsende Zahl von Studenten ansprachen.

Endlich hatten sich dann auch die Einstellungen der jungen Menschen in Großbritannien geändert und in den letzten zehn Jahren ist die Zahl der britischen Studierenden, die einen ERASMUS-Austausch machten, um 50 Prozent gestiegen. Dieser wachsende Zuspruch ist wohlverdient, denn die Vorteile, die der Austausch mit sich bringt, wenn man - im wahrsten Sinne des Wortes - die Extrameile geht, sind Faktoren, sich als angehende Berufseinsteiger von der Konkurrenz abzuheben. Die Analyse der Daten zur europaweiten Studentenmobilität der letzten 30 Jahre zeigt, dass die Teilnehmer der ERASMUS-Programme einen deutlichen Karriereschub erhielten. Es machte sie beschäftigungsfähiger, half ihnen beim beruflichen Fortkommen und verschaffte ihnen ein höheres Einkommen.

Einer der Gründe warum das ERASMUS-Programm meines Erachtens so wichtig ist, ist, dass es bei der Bildung nicht nur darum geht, Prüfungen zu bestehen und ein Diplom zu erlangen. Es geht vor allem auch um die persönliche Entwicklung, und nur wenige Dinge haben so viel Einfluss auf die persönliche Entwicklung wie das "Überleben" eines Studienaufenthalts im Ausland. Arbeitgeber schätzen die Auswirkungen, die dies auf junge Menschen haben kann: einen besseren Einblick in ihre Stärken und Schwächen und das daraus resultierende wachsende Selbstvertrauen, die Verbesserung der Softs-Skills und die Entwicklung einer multikulturellen Sensibilität. Ja, Studierende werden im Ausland mutiger. Alles Aspekte die Arbeitgeber schätzen, um in einer zukünftigen Führungsrolle zu gedeihen. So ist es nicht verwunderlich, dass diese ERAMUS-Studenten für Arbeitgeber attraktiver sind, höhere Gehälter erzielen und schneller Karriere machen.



Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden