45 Millionen Euro für Ganztagsangebote an Schulen

Sachsen baut das Ganztagsangebot an Schulen weiter aus und stellt dafür insgesamt 45 Millionen Euro bereit. Davon stehen 15 Millionen in diesem und 30 Millionen Euro für das nächste Jahr zur Verfügung. Einer entsprechenden "Förderrichtlinie zum Ausbau von Ganztagsangeboten" stimmte das Kabinett auf seiner heutigen Sitzung zu.

12.07.2005 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

"Ziel des neuen Förderprogramms ist die individuelle Förderung der Schüler auf den gesamten Tag auszudehnen", sagte Kultusminister Steffen Flath heute in Dresden. Dazu sollen zusätzliche Bildungsangebote geschaffen werden, die auf die unterschiedlichen Stärken und Interessen der Schüler eingehen, so der Minister. Die Richtlinie tritt mit dem kommenden Schuljahr 2005/2006 in Kraft. Anträge können Träger öffentlicher und freier Schulen stellen. Die Förderung erstreckt sich auf den Aufbau von Ganztagsangeboten im Grundschulbereich und der Sekundarstufe I. Zuwendungsfähig sind Honorare, Sachausgaben und Fortbildungsmaßnahmen. Um Gelder zu bekommen, müssen die Schulträger ein pädagogisches Konzept, das den gesamten Schultag umfasst, einreichen. Der Fördersatz beträgt 90 Prozent. Bauliche Maßnahmen werden nicht gefördert.

Die Förderung erfolgt nach drei Schwerpunkten: An erster Stelle stehen zusätzliche Bildungsangebote für leistungsschwache und leistungsstarke Schüler, Die Lernangebote sollen über die bloße Hausaufgabenbetreuung hinausgehen. Darüber hinaus können unterrichtsergänzende Angebote und Projekte für die Schüler gefördert werden. Hier stehen die Neigungen und Interessen der Schüler im Vordergrund. Dritter Schwerpunkt der Förderung sollen Freizeitangebote an den Schulen sein. Diese Angebote sollen den Schultag strukturieren und die Schüler zu einem bewussten Freizeitverhalten anleiten. Ein zentraler Anspruch der Förderrichtlinie ist die so genannte Rhythmisierung des Schultages, das heißt der Wechsel von Anforderung und Entspannung unter Beachtung des biologischen Rhythmus der Schüler. Beispiele können sein: Schulöffnungszeiten mit Früh- und Spätbetreuung, am Morgen gleitender Übergang von der Betreuung zum Unterricht, Aufhebung des 45-Minuten-Taktes für Unterrichtsstunden, selbstorganisiertes Lernen und Freiarbeit oder das Aufstellen von Wochen-Lernplänen.

Sachsen hat laut Kultusministerkonferenz mit über 1300 Bildungseinrichtungen deutschlandweit die höchste Zahl an Schulen mit Ganztagsangeboten. 75 Prozent aller Schulen in Sachsen verfügen über Ganztagsangebote. Bei Grundschulen und Förderschulen gibt es eine hundertprozentige Versorgung. Rund 45 Prozent aller ganztägig betreuten Grundschüler in Deutschland stellt allein Sachsen.


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