6 Monate Realschule plus in Rheinland-Pfalz
Nach 6 Monaten Realschule plus hat der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) viele Rückmeldungen der Lehrerschaft aus den seit August 2009 bestehenden neuen Schulen und denen, die sich auf den Start im Sommer 2010 vorbereiten, erhalten. Landesvorsitzender Bernd Karst fasst zusammen:
11.01.2010 Pressemeldung Verband Reale Bildung- Die beachtliche Heterogenität der Schülerschaft erfordert vielfältige Maßnahmen der Individualisierung des Unterrichts. In der Orientierungsstufe ist die Doppelbesetzung mit Lehrkräften in Englisch, Mathematik und Deutsch unbedingt erforderlich.
- Die z.Zt. nur für die Orientierungsstufe gültige Höchstzahl von 25 Schülern je Klasse muss für die Klassen 7-10 fortgeschrieben werden.
- Aufgrund unterschiedlicher Ausgangssituationen (hervorgegangen aus Hauptschulen, Realschulen, Regionalen Schulen, Dualen Oberschulen und aus Fusionen) haben die Realschulen plus unterschiedliche Profile und Schwerpunkte. Zur Sicherung der Vergleichbarkeit der Abschlüsse und der Einhaltung der Standards ist eine zentrale Abschlussprüfung unverzichtbar.
- Die Schulpolitik darf nicht zur "Kirchturmspolitik" der Kommunalpolitiker verkommen, deren einziges Ziel die Standortsicherung ist. Das Bildungsministerium darf sich seiner Verantwortung für ein ausgewogenes Bildungsangebot nicht entziehen. Auf mehrere Standorte verteilte Schulen hält der VDR aus pädagogischen und organisatorischen Gründen für problematisch.
- Die Fachoberschule (FOS) als Oberstufe der Realschule plus erhöht die Attraktivität und macht die Realschule plus zu einer praxis- und berufsorientierten Alternative zum Gymnasium. Sie muss deshalb an allen Realschulen plus eingerichtet werden, an denen es dauerhaft ausreichend viele qualifizierte Interessenten gibt.
- Die Lehrkräfte der Realschule plus arbeiten unter den neuen erschwerten Bedingungen engagiert zum Wohl der ihnen anvertrauten Schülerschaft und verdienen Respekt und Anerkennung.
Hintergrund:
Seit 01.08.09 gibt es in Rheinland-Pfalz 121 Realschulen plus. Sie sind aus Realschulen, Regionalen Schulen Dualen Oberschulen oder Hauptschulen bzw. aus Zusammenschlüssen dieser Schulen hervorgegangen. Im August 2010 werden weitere 50 Realschulen plus hinzukommen.
Die Realschule plus wird in kooperativer oder integrativer Form angeboten. Beide Varianten ermöglichen den Abschluss der Berufsreife (früher Hauptschulabschluss) und den qualifizierten Sekundarabschluss I (Realschulabschluss). In der Kooperativen Realschule plus werden die Kinder und Jugendlichen nach der Orientierungsstufe in abschlussbezogenen Klassen unterrichtet. In der Integrativen Realschule plus lernen die Schülerinnen und Schüler auch nach der Orientierungsstufe in mehreren Fächern gemeinsam im Klassenverband. Die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch, später auch die Naturwissenschaften, werden in unterschiedlichen Niveaustufen angeboten (Fachleistungsdifferenzierung).
Auf Antrag des Schulträgers kann die Realschule plus eine Oberstufe in Form einer Fachoberschule mit den Klassen 11 und 12 erhalten. Mit der hier erworbenen Fachhochschulreife ist unmittelbar die Aufnahme eines Fachhochschulstudiums möglich. Darüber hinaus kann durch den Besuch einer Berufsoberschule II die allgemeine Hochschulreife erworben werden.
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