Bildungsbericht

Kinder litten mehr unter der Pandemie, als ihren Eltern bewusst war

Seit Beginn der Corona-Pandemie liegt ein kritisches Augenmerk auf der Bildung unserer Kinder, ihren Schulen und den Fördermöglichkeiten, die Lehrende ihnen bieten. Ab sofort ist der diesjährige Bildungsbericht 2021 der digitalen Lern- und Nachhilfeplattform GoStudent verfügbar.

30.11.2021 Bundesweit Pressemeldung GoStudent
  • © Alexandra Koch / pixabay.com

Die repräsentative Studie befasst sich mit der Wahrnehmung zum Thema Lernen in einer pandemischen Welt und gibt einen Überblick über das Meinungsbild zur Schulbildung und Nachhilfeerfolgen von Eltern und erstmals auch Schüler*innen in sieben europäischen Ländern. Ziel der Untersuchung ist es, (Online-) Lernen und das Nachhilfeverhalten aus der Perspektive von Eltern und Schülern besser zu verstehen.

Herausforderungen für Kinder deutlicher wahrnehmbar als für Eltern 
Ein Schlüsselbefund der Studie zeigt deutlich, dass Kinder in Deutschland mehr Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hatten, als Eltern es bemerkt haben. So gaben mehr als drei Viertel (83%) aller befragten Kinder in Deutschland an, dass sie vor sozialen und lernspezifischen Problemen standen – dies bemerkten jedoch nur 76% aller befragten Elternteile. Für die Kinder stellten vor allem folgende Kernprobleme eine Herausforderung im Lernalltag dar:

  • Mangel an sozialem Kontakt (68%)
  • Konzentrationsschwierigkeiten im Online-Schulklassenunterricht (36%)
  • Verständnisschwierigkeiten für fachbezogene Inhalte im Online-Schulunterricht (34%)

In allen Kategorien liegt der Prozentsatz der Schüler*innen, welcher sich dieser Kernprobleme bewusst waren, über dem Prozentsatz an Eltern.

Kinder finden Nachhilfe sinnvoller als Eltern
Die unterschiedliche Wahrnehmung zwischen Eltern und ihren Kindern ist kein Einzelfall: Auch das Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit von Nachhilfeunterricht sehen Kinder und Erziehungsberechtigte anders:

Durchschnittlich verbringen deutsche Schüler abseits der Schule wöchentlich 15 Stunden mit Lernen. Europaweit sind es sogar 18 Stunden pro Woche. Mehr als jedes zweite deutsche Kind (57%) mit Nachhilfeerfahrung nimmt zusätzlich zum Schulunterricht noch mindestens einmal wöchentlich Nachhilfe in Anspruch – bei knapp einem Drittel ist es sogar mehrmals in der Woche. Dabei halten 85% der Kinder in Deutschland die Nachhilfe für sinnvoll – nur 57% der Eltern sind der gleichen Meinung. Das ist ein positives Zeichen für die Einschätzung des Erfolgs, von Extraeinheiten bei der Nachhilfe, durch diejenigen, die es betrifft: die schulpflichtigen Kinder.

Eltern befürchten anhaltende Lerndefizite bei ihren Kindern
Im europäischen Vergleich wiesen Schülerinnen und Schüler in Deutschland das größte Lerndefizit auf: So hatten 68% der befragten, Schulkinder in Deutschland aus Sicht ihrer Eltern einen Lernmangel in einem oder mehreren Fächern. Platz zwei des Negativtrends belegt Frankreich mit 65%. Eltern von Kindern in Österreich und Italien machen ähnliche Angaben zu den Defiziten (60% und 59%) – das Schlusslicht bildet Spanien: Hier gaben 57% der Eltern an, dass ihre Kinder ein Lerndefizit aufweisen. Diese Defizite sind durch die Corona-Pandemie entstanden und können mehrere Fächer gleichzeitig betreffen.

Im Vergleich mit den direkten Aussagen ihrer Kinder wird deutlich: Geht es um Lernlücken in Bezug auf einzelne Fächer, geben Eltern eher an, dass sie klarere Defizite bei ihren Kindern sehen, als die Schüler selbst Auch die Frage, ob diese Lerndefizite im Schuljahr 2021-2022 anhalten werden, denkt mehr als jedes zweite Elternteil (57%), dass die Corona-bedingten Lernlücken ihrer Kinder auch weiterhin  bestehen werden. Einer solchen Beobachtung steht jedoch die optimistische Aussage der befragten Schüler*innen gegenüber: So glauben insgesamt 92% aller Kinder in Deutschland, dass sie ihre Lerndefizite im kommenden Jahr aufholen werden.

Vergleicht man diese Einschätzung mit dem Bewusstsein der Kinder über Herausforderungen beim (Online-) Unterricht, den Sinn von Nachhilfeeinheiten und der Erwartung gegenüber der eigenen Lernlücken wird deutlich: Kinder nehmen den Schulalltag, Corona-Folgen und den Erfolg hinter zusätzlichen Lernmaßnahmen deutlich intensiver – aber auch positiver – wahr als ihre Eltern. Mit Blick auf den Erfolg von Nachhilfe gegenüber der Verbesserung von Lerndefiziten zeigt sich, dass mehr als ein Drittel der Kinder in Deutschland, die Nachhilfe erhielten (39%), optimistischer waren, dass sie ihren Rückstand aufholen werden, als Kinder, die keine Nachhilfe erhielten (26%).

Die Ergebnisse des GoStudent Bildungsberichtes für Deutschland können Sie hier herunterladen.

Ansprechpartner

GoStudent

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