Alltagstaugliche Visionen für die Ganztagsschule

Wie lassen sich in der Ganztagsschule Freie Lernorte für mediengestützte und selbstgesteuerte Lernprozesse entwickeln? Dies war Thema einer zweitägigen Veranstaltung im hessischen Hofheim, zu der Schulen ans Netz eingeladen hatte.

31.01.2006 Pressemeldung Schulen ans Netz e. V.

Lehrkräfte aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich an der Gesamtschule Am Rosenberg, um gemeinsam an Raumkonzepten zu arbeiten. Ihnen zur Seite standen erfahrene Schulentwickler und Medienexperten aus Deutschland, den Niederlanden und Schweden, die ihre Expertise in die Diskussion einbrachten. Fazit der Veranstaltung: Auf Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse werden die Teilnehmer in kleinen Teams ihre Visionen zu tragfähigen Konzepten für Freie Lernorte ausbauen.

Die Ganztagsschule bietet vielfältige Möglichkeiten, schulisches Lernen grundlegend zu erneuern. Auch für den Medieneinsatz ergeben sich große Potenziale. Freie Lernorte ermöglichen ein selbstgesteuertes, individuelles Lernen, aber auch einen Austausch und ein gemeinsames Arbeiten und sind damit eine Alternative zum herkömmlichen Klassenraum. Die an dem Projekt "Freie Lernorte – Raum für mehr" teilnehmenden Schulen verfügen bereits über gute Ansätze. Die Veranstaltung in Hofheim war daher als "Zukunftswerkstatt" konzipiert: Ziel war es, über den Austausch und die Zusammenarbeit aller Beteiligten kreative und innovative Lösungen zu finden. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Olaf-Axel Burow von der Universität Kassel, der Experte auf dem Gebiet kreativer Gruppenprozesse ist.

"Veranstaltungen wie diese sind ein Modell für eine moderne Lernkultur, denn hier beraten sich die Teilnehmer gegenseitig und nutzen ihre vorhandenen Potenziale", betonte Burow.

Hans Ahlenius von der international renommierten Futurum-Schule in Bålsta/Schweden zeigte in seinem Impulsreferat auf beeindruckende Weise auf, welche Erfolge mit neuen Raum- und Unterrichtskonzepten zu erzielen sind. "Es ist wichtig, mit Visionen zu beginnen. In Deutschland sind oftmals die Strukturen noch zu unflexibel", betonte Ahlenius, hob zugleich jedoch hervor: "Aber innovative und zukunftsweisende Beispiele, das zeigt diese Veranstaltung überdeutlich, gibt es auch hier."

Große Zufriedenheit zeichnete die Stimmung bei den Teilnehmern aus: "Ich finde es großartig, sich mit Kollegen aus allen Bundesländern und aus allen Schulformen auszutauschen. Dadurch entsteht ein sehr großer Erfahrungsschatz, der der schulischen Praxis nachhaltig zugute kommt", so Petra Thümmel von der IGS Grünthal in Mecklenburg-Vorpommern.

Insgesamt 19 verschiedene Projektideen sind auf der Hofheimer Veranstaltung entwickelt worden. In schulübergreifenden Teams werden sich die Teilnehmer nun daran machen, die vielseitigen Konzepte u.a. für Bibliotheken, Leseecken und Methodenkompetenzcenter am konkreten Praxisbedarf auszurichten. Beim nächsten Erfahrungsaustausch im Sommer in Stralsund werden dann die weiteren Entwicklungsschritte zu begutachten sein.

Für das Schuljahr 2006/07 sucht Schulen ans Netz e. V. bis zum 31.03.06 bundesweit weitere 30 Ganztagsschulen für die Teilnahme am Projekt "Freie Lernorte - Raum für mehr". Gemeinsam mit den bereits am Projekt beteiligten Schulen sollen Konzepte zum selbstständigen Lernen mit Medien an Freien Lernorten entwickelt werden.

Weitere Informationen zur Ausschreibung und zur Bewerbung unter www.freie-lernorte.de.

Ansprechpartner

Schulen ans Netz e. V.

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