An ihren Worten werden wir sie messen
Die Regierungsfraktionen haben heute in der Aktuellen Stunde einmal mehr den Erfolg des Gymnasiums gefeiert. Wer den Erfolg einer Schulform feiert, sollte sich auch einmal folgende Zahlen vor Augen führen, die in der offiziellen Schulstatistik des Landes NRW zu finden sind: Zum Schuljahr 2007/08 gaben die nordrhein-westfälischen Gymnasien insgesamt 7865 Kinder an andere Schulformen ab, davon 487 an Hauptschulen, 6.574 an Realschulen und 804 an Gesamtschulen. Im Vergleich zum vorausgegangenen Schuljahr hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die das Gymnasium vorzeitig verlassen mussten, sogar noch um 221 erhöht.
28.08.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW"Offensichtlich gelingt es den Gymnasien nicht, diese Kinder so zu fördern, dass sie zu einem guten Schulabschluss kommen", so Beckmann. "Diese Leistung müssen dann die anderen Schulformen erbringen. Wessen Erfolg ist das denn dann eigentlich?"
Wenn ein Schüler mit Hauptschulempfehlung an einer Gesamtschule die Fachhochschulreife erwirbt, um anschließend ein Ingenieurstudium zu absolvieren, ist das offenbar weder für die Schule noch für den Schüler ein Erfolg. Wenn ein Schüler dort den mittleren Bildungsabschluss erwirbt und anschließend eine Berufsausbildung durchläuft, ist das anscheinend auch kein Erfolg. Dieser Eindruck wird insbesondere dann geschürt, wenn die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion behauptet, an den Gesamtschulen würden nahezu 50 Prozent der Kinder scheitern.
"Die von den Koalitionsfraktionen hier geführte Debatte lässt den Eindruck entstehen, Erfolg beginne erst mit dem Abitur", so Beckmann abschließend. "Die Schulministerin hat heute erneut angekündigt, die Gesamtschulen künftig unterstützen zu wollen, was in den vergangenen drei Jahren nicht zu erkennen war. Wir werden sie an ihren Worten messen."
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