Statistik

Anmeldezahlen der 5. Klassen für das kommende Schuljahr deutlich gestiegen

Bildungssenator Ties Rabe hat heute die vorläufigen Anmeldezahlen für die kommenden fünften Klassen bekanntgegeben. Demnach haben sich an Hamburgs staatlichen weiterführenden Schulen 14.766 Schülerinnen und Schüler angemeldet, das sind 334 mehr als im Vorjahr (14.432).

20.02.2020 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
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Schulsenator Ties Rabe: „Obwohl der Zuwachs rund drei zusätzlichen Stadtteilschulen oder Gymnasien entspricht, geht die Schulbehörde davon aus, dass Dank des Schulbaupogramms alle Kinder einen ortsnahen Schulplatz bekommen werden und wie immer mehr als 90 Prozent sogar an ihrer Erstwunschschule eingeschult werden können.“

Das hohe Niveau der Anmeldezahl für die Stadtteilschulen aus dem Vorjahr ist in diesem Jahr beinahe konstant geblieben. Gymnasien werden dagegen wieder mehr angewählt. Im Einzelnen meldeten sich für die fünften Klassen der 61 Gymnasien 7.555 Schülerinnen und Schüler an, 358 mehr als im Vorjahr (Vorjahr 7.197). Für die 58 Stadtteilschulen meldeten sich insgesamt 7.031 Schülerinnen und Schüler an, 19 weniger als im Vorjahr (Vorjahr 7.050). An den vier 6-jährigen Grundschulen wurden 180 Schülerinnen und Schüler, fünf weniger als im Vorjahr (Vorjahr: 185) gemeldet. Senator Rabe: "Wie immer im Februar sind das die ersten Zahlen direkt nach der Anmelderunde. Erfahrungsgemäß gibt es bis zu den Aufnahmezahlen im April noch Bewegung. So sind im letzten Jahr insbesondere bei den Stadtteilschulen bis zu Schuljahresbeginn noch etwa 300 Schülerinnen und Schüler hinzugekommen. Das erwarten wir auch in diesem Jahr.“

In den letzten Jahren wurden die hohen Anmeldezahlen bei den Stadtteilschulen wesentlich von den großen und besonders beliebten Stadtteilschulen wie der Gyula Trebitsch Schule in Tonndorf oder der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude getragen, die von den Eltern besonders stark angewählt werden. Während diese Stadtteilschulen trotz leichter Rückgänge nach wie vor hoch angewählt sind, gibt es in diesem Jahr einen Trend zu den kleineren und mittelgroßen Stadtteilschulen. Dementsprechend sind hier die meisten Zuwächse zu finden. So ist beispielsweise die Max-Schmeling-Stadtteilschule, die mit bisher sechs parallelen fünften Klassen eher mittelgroß ist, mit insgesamt 194 Anmeldungen sogar unter den Top fünf der am meisten angewählten Stadtteilschulen. Sie verzeichnet zudem mit Abstand die meisten Zuwächse für das nächste Schuljahr: insgesamt 60 Anmeldungen mehr als im Vorjahr.

Bei den Gymnasien ist ein so klarer Trend nicht zu beobachten. Hier sind die Anmeldungen mehr oder weniger gleichmäßig auf alle Schulstandorte verteilt. Die meisten Zuwächse haben hier sowohl größere Gymnasien wie das Gymnasium Lohbrügge, das mit insgesamt 167 Anmeldungen 66 Anmeldungen mehr als im Vorjahr hat, als auch kleinere wie das Gymnasium Hoheluft in Eimsbüttel, das mit insgesamt 113 Anmeldungen 49 Anmeldungen mehr als im Vorjahr hat. Erfreulich ist auch, dass das neugegründete Deutsch-Französische Gymnasium mit 28 Anmeldungen für die fünfte Klasse wie geplant im Sommer 2020 starten kann.

Senator Rabe: „Ich freue mich, dass die Stadtteilschulen und Gymnasien zu zwei gleichwertigen Schulformen geworden sind. Die Stadtteilschule als sehr junge Schulform hat es geschafft, sich neben dem Gymnasium als eigenständige und gute Schulform zu etablieren. Noch vor wenigen Jahren lagen die Gymnasien rund zehn Prozentpunkte vor den Stadtteilschulen. An der Stadtteilschule können alle Schulabschlüsse erreicht werden bis zum Abitur nach neun Jahren.“

In Hamburg können Eltern die weiterführende Schule für ihr Kind frei wählen. Für die fünften Klassen geben Sie dazu einen Erstwunsch, aber auch zusätzlich einen Zweit- und einen Drittwunsch an. Dabei kann in Hamburg auch die Schulform frei gewählt werden. Werden an einer Schule mehr Kinder angemeldet, als es Plätze gibt, werden zuerst die Kinder aufgenommen, deren Geschwister bereits die Schule besuchen. Auch entscheidet die Schulweglänge über die Aufnahme in der Wunschschule: Wer am nächsten wohnt, bekommt den Schulplatz. In den allermeisten Fällen können Kinder im neuen Schuljahr ihre Wunschschule besuchen. Die Erfüllungsquote für den Erstwunsch liegt seit Jahren über 90 Prozent. Die Aufnahmezahlen für das nächste Schuljahr veröffentlicht die Schulbehörde voraussichtlich im April dieses Jahres.

Maßnahmen zur Stärkung der Stadtteilschulen

Der Hamburger Senat hat die Stadtteilschulen in den letzten Jahren deutlich gestärkt: Im Vergleich zu gleichgroßen Gymnasien haben Stadtteilschule 40 Prozent mehr pädagogisches Personal und kleinere Klassen. An fast allen Stadtteilschulen wurden gymnasiale Oberstufen eingerichtet, um leistungsstarken Schülern die Möglichkeit zum Abitur zu eröffnen. Alle Stadtteilschulen haben umfangreiche Ganztagsangebote. Für die Verschönerung sowie den Um- und Ausbau der Stadtteilschulen wurden rund 700 Millionen Euro investiert. Zudem wurde die Zahl der Unterrichtsstunden in den wichtigen Fächern Deutsch und Mathematik deutlich erhöht.

Hintergrund Hamburger Schulsystem

Die Enquetekommission „PISA-Folgen“ der Hamburgischen Bürgerschaft hatte 2007 parteiübergreifend die Gründung einer Zwei-Säulen-Schulstruktur aus Gymnasien und Stadtteilschulen und damit die Zusammenführung der bis dahin getrennten Schulformen der Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen sowie Aufbaugymnasien empfohlen. Die Stadtteilschulen wurden zum Schuljahr 2010/11 gegründet, 2019 machte der erste Jahrgang Abitur, der durchgängig in der Stadtteilschule unterrichtet wurde. Aktuell gibt es 58 staatliche Stadtteilschulen in Hamburg mit 54.954 Schülerinnen und Schülern. Das Zwei-Säulen-Schulmodell ist in ganz Deutschland auf dem Vormarsch und hat sich inzwischen in vielen Bundesländern durchgesetzt.


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