Armut ist nicht allein eine Frage des Geldes - arm ist, wer keine Perspektive hat

Zur Diskussion um die neuen Armen meint der Bayerische Elternverband: Armut ist nicht nur ein finanzielles Problem, es geht vor allem um gleiche Chancen. Gleiche Chancen fehlen auch dann, wenn ein Kind in der Schule nicht so viel lernt, wie es eigentlich lernen könnte, weil die Eltern ihm nicht die nötige Unterstützung bieten können.

17.10.2006 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Wer in Deutschland weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens zur Verfügung hat, gilt als arm. Wenn es immer mehr Familien mit niedrigem Einkommen gibt, sinkt dieser Durchschnittswert. "Familien haben heute weniger Geld als früher, bevor sie statistisch arm sind", sagt Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands. "Und dann sollen sie noch Büchergeld, Studiengebühren und Nachhilfeunterricht bezahlen. Dass viele das wirklich nicht mehr können, sich die besser Gestellten einfach nicht vorstellen."

Kinderarmut lässt sich in der Regel auf Mütterarmut zurückführen. Mütter brauchen mehr Kinderbetreuung, damit sie arbeiten können. Zu Hause steigt ihr Armutsrisiko, denn nach ein paar Jahren Kinderpause haben sie kaum noch Chancen auf einen Arbeitsplatz. Vor allem Kinder ohne familiären Rückhalt ginge es besser, wenn der Staat nicht den finanziellen Zuschuss für Familien erhöhen, sondern ihnen direkt ein besseres Leben finanzieren würde: durch mehr KiTas, Ganztagsschulen und Horte, mehr Sozialpädagogen, Schulpsychologen und betreute Freizeitangebote.


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