Attraktivität des bayerischen Gymnasiums ungebrochen!
Als falsch, unsachlich und in Teilen auch bewusst irreführend hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, Max Schmidt, die Kritik des BLLV-Vorsitzenden Klaus Wenzel zurückgewiesen.
12.11.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Wörtlich sagte er: "Natürlich muss das Gymnasium berechtigte Kritik aushalten und stellt sich dieser auch. Was aber der BLLV-Vorsitzende in seiner gestrigen Presseerklärung über das bayerische Gymnasium verlautbart hat, ist ein Zerrbild der Realität und strotzt vor falschen Zahlen und Unterstellungen. Es ist in höchstem Maße bedauerlich, dass übrigens im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern, die erheblich differenzierter geurteilt hätten, der derzeitige BLLV-Vorsitzende ständig versucht, nach seiner eigenen Schulart, der Hauptschule, nun auch andere Schularten in der Öffentlichkeit kaputt zu reden."
Im Einzelnen stellte der Philologenchef fest:
"Ganz im Gegensatz zu dem Eindruck, der in der gestrigen BLLV-Presseerklärung erweckt wird, ist die Zahl der Pflichtwiederholer an den Gymnasien in den letzten Jahren ständig deutlich gesunken, von über 3 Prozent der jeweiligen Jahrgangsstufe vor 6 Jahren auf 1,7 Prozent im letzten Schuljahr. Auch der Anteil der Schüler, die das Klassenziel nicht erreicht haben, ist rückläufig von knapp 6 Prozent vor 6 Jahren auf etwas über 4 Prozent im letzten Schuljahr.
Damit ist die Wiederholerquote am Gymnasium niedriger als an den meisten anderen weiterführenden Schularten in Bayern. Auch die Zahl von 14 000 Schülern, die das bayerische Gymnasium jährlich ohne Abitur verlassen, beinhaltet mehrere Tausend Schüler, die freiwillig nach der 10. Klasse in das berufliche Schulwesen oder in die Berufsausbildung wechseln.
Völlig an den Haaren herbeigezogen ist die Behauptung, der erfolgreiche Besuch des Gymnasiums hänge immer stärker vom Einkommen ab. Gerade die letzte PISA-Untersuchung hat mit Zahlenmaterial nachgewiesen, dass sich zwar langsam, aber stetig der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg entzerrt. Dies ist übrigens auch eine Folge der ständig steigenden Quote von Gymnasiasten an der Gesamtschülerzahl.
Es gibt außerdem keine Untersuchung, die nachweist, dass die Zahl der Nachhilfeschüler permanent ansteige. Im Gegenteil: Durch die individuellen Förderkurse und die Nachmittagsbetreuung, die seit ein paar Jahren an den Gymnasien angeboten werden, geht der Bedarf nach Nachhilfe auch nach Elternbeobachtungen zurück."
Max Schmidt betonte abschließend, dass trotz aller Einzelprobleme, die es an allen Schularten gebe, sich das bayerische Gymnasium bester Akzeptanz erfreue, was auch die steigenden Übertrittsquoten zeigten.
Wer angesichts dessen, was gegenwärtig bayerische Gymnasiallehrer an pädagogischem Engagement in die neuen Möglichkeiten der individuellen Förderung einbrächten, dem Gymnasium eine "Aussortierungsmentalität" unterstelle, beleidige alle Kolleginnen und Kollegen dieser Schulart, sagte der bpv-Chef abschließend.
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