Meinung

Aussetzung der Präsenzpflicht an Schulen ist Kapitulation vor der Pandemie

"Dass nun in Berlin die Präsenzpflicht an Schulen aussetzt, kommt einer Kapitulation vor der Pandemie gleich", so äußert sich der Bundesvorsitzende des Realschullehrerverbandes (VDR) Jürgen Böhm zu den Vorhaben der Berliner Bildungspolitik.

25.01.2022 Bundesweit Pressemeldung Bundesverband Reale Bildung (BVRB)
  • Ein Klassenzimmer, in dem die Stühle auf die Tische hochgestellt sind. © www.pixabay.de

"Die Kontaktverfolgung wird ausgesetzt, Quarantäne für Kontaktpersonen gibt es an Schulen nicht mehr. Das ist eine absolute Bankrotterklärung der Politik in der Pandemie", stellt Böhm klar. Den Eltern in dieser Situation freizustellen, ob sie ihre Kinder an die Schule schicken oder nicht, ist das völlig falsche Signal.

Anstatt für Sicherheit an den Schulen zu sorgen würde den Schulen erneut die 'Quadratur des Kreises' abverlangt, die sie alleine zu stemmen hätten. Die Schüler zu Hause sollen Aufgaben und Projekte machen, die Schüler im Präsenzunterricht weiter beschult werden.

"Mit solch einer Maßnahme kann weder für die einen noch für die anderen vernünftiger Unterricht stattfinden. Schulleitern und Lehrkräften wird erneut die Bürde der Umsetzung aufgedrängt. Wenn die Politik es schon nicht schafft, einen Rahmen zu definieren, der Fürsorge trägt und Verantwortung für alle ermöglicht, dann kann die Lösung nur der kontrollierte Distanzunterricht sein, der sich vor Ort an klaren Grenzwerten orientiert", so Böhm.

"Das Mantra von den Schulen als sicheren Orten, die nicht zur Verbreitung der Pandemie beitragen, hat endgültig ausgedient. Von den Testverfahren, den Zutrittsregeln bis zu den Impfungen wurden alle Maßnahmen inkonsequent und ohne Nachdruck umgesetzt. Wir könnten schon längst der Normalität näher sein, wenn man sich nicht in wahltaktischen und politischen Spielchen verheddert hätte", stellt Böhm abschließend klar.


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