Austauschschüler aus 60 Jahren feiern AFS-Jubiläum in Berlin

Mit einer "Langen Nacht der Begegnungen" feierten mehr als 1000 ehemalige und aktuelle Programmteilnehmer, ehrenamtliche Mitarbeiter und Förderer am 18. Oktober das 60-jährige Jubiläum einer der größten Austauschorganisationen der Welt im Berliner Admiralspalast.

20.10.2008 Pressemeldung AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

"Die Welt verändern, in der direkten Begegnung von Mensch zu Mensch" – unter diesem Motto feierte der gemeinnützige AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. gestern sein 60-jähriges Jubiläum im Berliner Admiralspalast. Mehr als 1000 ehemalige und aktuelle Programmteilnehmer waren am Samstagnachmittag zunächst zu Gast in den Botschaften der AFS-Partnerländer. Am Abend folgte die "Lange Nacht der Begegnungen" mit einer von ehrenamtlichen Mitarbeitern gestalteten Bühnenshow. AFS-Partner aus 52 Ländern sowie Förderer und Freunde erlebten einen unvergesslichen Abend, der zum Erinnern, Träumen aber auch zum Nachdenken einlud.

1948 gab es in Deutschland nur zwei Organisationen für Schüleraustausch: Eine davon war der "American Field Service". Ursprünglich ein im ersten und zweiten Weltkrieg von amerikanischen Freiwilligen organisierter Ambulanzdienst entwickelte sich AFS innerhalb von 60 Jahren zum größten Anbieter von Austauschprogrammen weltweit. Mehr als 42 000 Jugendliche und Gastfamilien aus Deutschland haben seither an einem Austausch mit AFS teilgenommen. "Ein Intensivprogramm gegen Vorurteile und Oberflächlichkeit" nennt Familienministerin Ursula von der Leyen das Austauschjahr in einem anderen Land, mit einer anderen Kultur und anderen Menschen. "Interkulturelle Kompetenz", betont die Schirmherrin des AFS-Jubiläumsjahres, "wird in einer globalisierten, sich ständig verändernden Welt immer wichtiger und häufig im Stellenprofil vorausgesetzt".

Die Erfahrung aus den vergangenen Jahrzehnten gibt AFS heute an andere weiter, die sich mit interkulturellem Austausch für Völkerverständigung und Frieden einsetzen wollen: So war bei der Jubiläumsfeier in Berlin auch die Geschäftsführerin der noch jungen AFS-Organisation in Bosnien zu Gast. Die Studentin Mirela Hrjnić engagiert sich mit großem Pioniergeist in ihrem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land für interkulturellen Austausch – und gleicht damit Helga von Hoffmann, die als Schülerin im Nachkriegsdeutschland der fünfziger Jahre die deutsche Sektion des AFS gründete. Bis heute sind 65 Schüler von Bosnien aus nach Italien, Frankreich und Deutschland gegangen. "Ohne AFS Deutschland hätte ich meinen Traum nicht leben und weitergeben können", sagt die 24-jährige Hrjnić während der Jubiläumsfeier. "Große Veränderungen fangen klein an, und mit der Hilfe von anderen kann man viel erreichen", ergänzt Christian Steiner, der als Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes die Gründung von AFS in Bosnien ehrenamtlich vorangetrieben hat.

Der gemeinsame Blick zurück wurde auf der Jubiläumsfeier aber auch musikalisch verarbeitet: So untermalten das "Trio d´Ivoire" des Jazz-Pianisten und ehemaligen Programmteilnehmers Hans Lüdemann und die "Quintones" das Programm mit Weltmusik. Ehrenamtliche Mitarbeiter gaben nicht nur einen unterhaltsamen Einblick in die Erfahrung, die ein Schüler in seinem Austauschjahr macht, sondern zeigten in einem eigens komponierten Rap, wie ein Austauschschüler den Alltag der Gastfamilie liebvoll und unvergesslich durcheinander bringt. Dass man nicht selbst mit AFS im Ausland gewesen sein muss, um sich für die AFS-Idee zu begeistern, bewies Moderator Jörg Thadeusz: "Die Freundin, die ich vor 17 Jahren im Nissan Cherry zur Abreise in ihr AFS-Austauschjahr begleitete, ist heute die Frau an meiner Seite", verriet der RBB-Journalist. Und der Vorstandsvorsitzende Uli Zeutschel fügte mit den Worten einer jungen Rückkehrerin hinzu: "AFS lebt von jeder noch so kleinen Verbindung. Denn wenn wir alle heute nicht hier wären, dann gäbe es unseren Verein nicht, dann wäre Schüleraustausch nicht so bunt und lebendig."

Über AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.
Die deutsche Organisation arbeitet gemeinnützig und ist Träger der freien Jugendhilfe. Die Zentrale sowie ein Regionalbüro haben ihren Sitz in Hamburg; in Berlin, Wiesbaden und Stuttgart gibt es weitere Regionalbüros. Neben dem Schüleraustausch ermöglicht AFS die Teilnahme an Freiwilligendiensten im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich. AFS kooperiert mit Partnerorganisationen in mehr als 50 Ländern. Der Verein finanziert sich aus den Teilnahme- und Vereinsbeiträgen, durch Spenden, Stiftungsmittel und öffentliche Gelder. In diesem Jahr feiert AFS in Deutschland unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen 60-jähriges Jubiläum mit zahlreichen lokalen und überregionalen Aktivitäten.


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