Bayerns Spitzenplatz bei den Ländervergleichsstudien beruht auf gegliedertem Schulwesen
Sehr zufrieden zeigt sich der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) mit den Ergebnissen der neuesten innerdeutschen Länderleistungsvergleichsstudie, bei dem die bayerischen Schülerinnen und Schüler erneut Platz 1 erreicht haben, und darüber, dass man dieses Thema nun endlich offensiv auch im Landesparlament aufgreift.
15.07.2010 Pressemeldung Verband Reale BildungFür Verbandschef Anton Huber ist das Ergebnis ein eindrucksvoller Beweis für die günstigen Fördermöglichkeiten im gegliederten Schulsystem und eine Bestätigung der schulpolitischen Linie Bayerns, die auf individuelle Förderung in Verbindung mit klarer Leistungsorientierung setzt. Huber appelliert an Gesellschaft und Politik, die Stärken des erfolgreichen Schulsystems auszubauen und es auf keinen Fall abzuschaffen oder durch ein schlechteres Schulangebot zu ersetzen.
Die Vergleichsstudie zeige erneut "in schonungsloser Offenheit" die schlechteren Förderbedingungen an Gesamtschulen. Huber empfahl, sich nicht von pädagogischen Heilsversprechen der Gesamtschulbefürworter verleiten zu lassen, die in ihren Bundesländern bei Leistungsvergleichen skandalöse Ergebnisse einfahren. Auch das Scheinargument der höheren sozialen Gerechtigkeit ist falsch und kann durch keine einzige wissenschaftliche Studie belegt werden. Die Zugangsgerechtigkeit zum Gymnasium kann kein Maßstab für soziale Gerechtigkeit sein, in Bayern allemal, weil hier etwa 45 % der Hochschulzugangsberechtigungen außerhalb des Gymnasiums erworben werden.
Angesichts der Aggressivität, mit der aus ideologischen Gründen in anderen Bundesländern der Weg zur Gesamtschule beschritten wird, jüngst in Nordrhein-Westfalen, mache es laut Huber geradezu unabdingbar, die Bescheidenheit in Bayern abzulegen und offensiv die Vorzüge des Bildungslandes Bayern herauszustellen. Zu nennen seien hier vor allem Verlässlichkeit und Kontinuität in der Schul- und Bildungspolitik, Systemkons-tanz und langer Atem wider des Zeitgeists.
Verbesserungsbedarf im Hinblick auf die Realschulen sieht der Verband bei der Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund und einer Verkleinerung der Klassen. Gerade die Realschule könne mit nur einer Pflichtfremdsprache, mit einem angepassten Lernniveau und mit ihrem starken Praxisbezug ohne Zeitdruck geeignete Bildungs- und Aufstiegschancen für Kinder mit Migrationshintergrund bieten. Um eine Spitzenposition bayerischer Schüler auf Dauer sicher zu stellen, seien kleinere Klassen unabdingbar, schloss Huber.
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