Bei der Schüler-Lehrer-Relation liegt Baden-Württemberg im deutschen Durchschnitt

Die heute erschienene Veröffentlichung "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2007" präsentiert zum zweiten Mal ausgewählte Bildungsindikatoren auf Ebene der Bundesländer und stellt sie in einen internationalen Vergleich. Diese Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ergänzt die gestern herausgegebene OECD-Veröffentlichung "Bildung auf einen Blick".

19.09.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Im Sekundarbereich I in Baden-Württemberg knapp 16 Schüler auf eine Lehrkraft

Beim zahlenmäßigen Verhältnis von Schülern und Lehrkräften entsprachen im Jahr 2005 die Schulen des Sekundarbereichs I in Baden-Württemberg nahezu genau dem Bundesdurchschnitt. Im Land ergab sich der Wert von 15,7 Schülern je Lehrkraft, in ganz Deutschland lag er bei 15,8, im OECD-Staatenmittel bei 13,7. Zum Sekundarbereich I zählen die weiterführenden Schulen von Klassenstufe 5 bis 10. (Hinweis: Die Arbeitsstunden der Lehrkräfte werden bei diesem Indikator in Vollzeitäquivalente umgerechnet.) Im Primarbereich der Klassenstufen 1 bis 4 dagegen, lag das Verhältnis in Baden-Württemberg bei 19,5 Schülern je Lehrkraft. Im Vergleich dazu lag der Bundesdurchschnitt mit 18,8 etwas günstiger. Die Klassengrößen im Land befanden sich 2005 etwa auf dem deutschen Durchschnittsniveau. Bei der Berechnung der durchschnittlichen Klassengröße erreichte der Primarbereich den Wert von 22,2 Schülern, der Sekundarbereich I den Wert von 25,0 Schülern. Die Vergleichswerte für das Bundesgebiet betrugen 22,0 und 24,7 Schüler je Klasse, die Mittelwerte der OECD-Staaten 21,5 und 24,1 Schüler je Klasse.

Jeder achte Baden-Württemberger im Alter von 18 bis 24 Jahren zählt als "früher Schulabgänger"

Einer der neu in die Veröffentlichung aufgenommenen Indikatoren ist der Anteil der "frühen Schulabgänger" an der Bevölkerung im Alter von 18 bis 24 Jahren. Dieser Indikator ist einer von fünf Benchmarks, die 2003 vom Rat der Europäischen Union (EU) verabschiedet wurden. Zu den "frühen Schulabgängern" zählen alle 18- bis 24-Jährige, die sich nicht in Bildung oder Ausbildung befinden und über keinen Abschluss des Sekundarbereichs II verfügen. Dies ist die Hochschul- oder Fachhochschulreife oder eine abgeschlossenen Berufsausbildung – Qualifikationen deren Erreichen von der EU als Mindestqualifikation für die erfolgreiche Teilhabe in modernen Wissensgesellschaften angesehen wird. Baden-Württemberg lag im Jahr 2005 mit einem Anteil von knapp 13 Prozent noch über dem von der EU für 2010 ausgegebenen Zielwert von 10 Prozent , aber unter dem Bundesdurchschnitt von rund 14 Prozent. In Deutschland hatten lediglich Thüringen mit knapp 7 Prozent und Sachsen mit knapp 10 Prozent diesen Wert unterschritten. Brandenburg hatte ihn mit geringfügig mehr als 10 Prozent fast erreicht.

Fast 31 Prozent eines Altersjahrgangs beginnen ein Studium – Jedoch mehr Männer als Frauen

Nahezu 31 Prozent eines Altersjahrgangs der Bevölkerung von Baden-Württemberg nahmen im Jahr 2005 ein Hochschulstudium auf. Baden-Württemberg liegt damit im vorderen Mittelfeld der Bundesländer. An der Spitze lag hier Hessen mit einem Wert von knapp 36 Prozent. Besonders Frauen aus Baden-Württemberg entschieden sich relativ selten für ein Studium. Mit gut 28 Prozent lag ihre Studienanfängerquote um nahezu 5 Prozentpunkte unter der Quote der Männer im Land. Deren Quote von 33 Prozent gehörte nach Hessen (fast 38 Prozent ) zu den Spitzenwerten in Deutschland.

Baden-Württemberg weist unter den Flächenländern nach Sachsen die höchste Absolventenquote in naturwissenschaftlichen Fächern auf

Naturwissenschaftlich orientierten Berufen wird eine wichtige Rolle für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft zugeschrieben. Bezogen auf die Zahl der Beschäftigten im Alter von 25 bis 34 Jahren wies Baden-Württemberg im Jahr 2005 mit 1 239 Hochschulabsolventen je 100 000 Beschäftigten die zweithöchste Zahl der Hochschulabsolventen unter den deutschen Flächenländern auf. Lediglich Sachsen lag mit einem Wert von 1 310 etwas darüber. Der Bundesdurchschnitt betrug 1 045 Hochschulabsolventen je 100 000 Beschäftigte und befand sich damit deutlich unter dem OECD-Staatenmittel von 1 295.

Höchster Frauenanteil bei den Absolventen in der Fächergruppe "Mathematik und Informatik", aber Nachholbedarf bei den Naturwissenschaften

Mehr als ein Drittel (34 Prozent) aller Absolventen der Hochschulen Baden-Württembergs im Fachbereich "Mathematik und Informatik" im Jahr 2005 waren Frauen. In keinem anderen Bundesland war der Frauenanteil so hoch. In ganz Deutschland betrug der Anteil lediglich annähernd 26 Prozent. Baden-Württemberg übertraf hier sogar das OECD-Staatenmittel von knapp 29 Prozent . Dagegen war der Frauenanteil im Fachbereich "Bio-, Agrar- und Naturwissenschaften" mit gut 42 Prozent unterdurchschnittlich. Nur Hamburg mit 41 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 43 Prozent wiesen hier ähnlich niedrige Werte auf. Im Bundesdurchschnitt waren fast 48 Prozent der Absolventen dieses Fachbereichs weiblich. Der Mittelwert der OECD-Staaten lag sogar bei knapp 52 Prozent .


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