Besser nicht sitzenbleiben

Am Freitag gibt es das Jahreszeugnis, und in viel zu vielen steht "nicht versetzt". Weil entgegen landläufiger Meinung das Sitzenbleiben so gut wie nie etwas nützt, rät der Bayerische Elternverband allen Schülern und ihren Eltern, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um das Sitzenbleiben doch noch zu verhindern. "Was nützt es dem Schüler, zehn Fächer, in denen seine Leistung ordentlich war, noch einmal ein ganzes Jahr lang durchzukauen, nur weil er in Geschichte und Englisch Lücken hat?", sagt Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands.

30.07.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Erziehungswissenschaftler haben längst nachgewiesen, dass Noten nicht objektiv sind und wenig über das aussagen, was ein Schüler kann und weiß. Im gegliederten Schulsystem aber bestimmen solche subjektiven Noten über die Bildungslaufbahn junger Menschen und damit über Lebenschancen. Die einen gehören dazu, die anderen werden aussortiert. "Das ist unmenschlich", sagt Zacharias, "und kein Ruhmesblatt für einen demokratischen Staat."

Auch das Sitzenbleiben ist ein Aussortieren und nicht nur volkswirtschaftlich ein Fehler. Der Schaden, den es beim Schüler anrichtet, wird immer noch völlig unterschätzt: Wer sich als Versager fühlt, ist nicht motiviert und lernt schlechter. Und wer sich - gerade in der Pubertät, in der die meisten Schüler sitzenbleiben - in einer neuen Gruppe seinen Platz erkämpfen muss, hat über Monate den Kopf nicht für Vokabeln und Prozentrechnen frei.

Eltern, die mit dem Zeugnis unzufrieden sind, können sich noch bis zum Ende der ersten Ferienwoche an Lehrer, Beratungslehrer und Schulleiter ihrer Schule wenden oder an die Schulberatung ihres Regierungsbezirks. Die Adresse finden sie auf der Seite www.schulberatung.bayern.de/


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