Besser nicht sitzenbleiben

Am Freitag gibt es das Jahreszeugnis, und gerade in Bayern steht in einer ganzen Reihe davon "nicht versetzt". Weil entgegen landläufiger Meinung das Sitzenbleiben so gut wie nie etwas nützt, rät der Bayerische Elternverband allen Schülern und ihren Eltern, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um das Sitzenbleiben doch noch zu verhindern. "Was nützt es dem Schüler, zehn Fächer, in denen seine Leistung ordentlich war, noch einmal ein ganzes Jahr lang durchzukauen, nur weil er in Geschichte und Französisch Lücken hat?", sagte Ursula Walther, die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands.

24.07.2006 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Erziehungswissenschaftler bezweifelten schon seit Jahrzehnten die Objektivität von Noten und den Sinn des Sitzenbleibens, und auch viele Lehrer würden auf dieses angeblich wirkungsvolle Erziehungsmittel gern verzichten. Der Schaden, den das Sitzenbleiben beim Schüler anrichte, überwiege den Nutzen bei weitem: Wer sich als Versager fühle, sei nicht mehr motiviert und lerne schlecht. Und wer sich - gerade in der Pubertät, in der die meisten Schüler sitzenbleiben - in einer neuen Gruppe seinen Platz erkämpfen müsse, habe über Monate den Kopf nicht für Vokabeln und Prozentrechnen frei.

Eltern, die mit dem Zeugnis unzufrieden sind, können sich in der Regel noch bis zum Ende der ersten Ferienwoche an Lehrer, Beratungslehrer und Schulleiter ihrer Schule wenden oder an die Schulberatung ihres Regierungsbezirks. Die Adresse finden sie auf der Seite www.schulberatung.bayern.de/


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