Bessere Bildung und mehr Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Kindertagesstätten und Schulen!

Am 21. 4. 2007 fand im DGB-Haus die sehr gut besuchte Veranstaltung "Migration und Bildung" statt, zu der die "Arbeitsgruppe Interkulturelles Lernen" (AGIL) und der "Bundesausschuss für multikulturelle Angelegenheiten" (BAMA) der GEW eingeladen hatten.

23.04.2007 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

Frau Lutz (AGIL, BAMA)) machte deutlich, dass die bremischen Bildungssysteme ungeeignet sind, die Benachteiligung der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Vorschul-, Schul- und Berufsausbildungsbereichen zu beheben.

In den letzten Jahren sind von den senatorischen Behörden für Soziales und Bildung eine Reihe von erfolgreichen Projekten begonnen worden. Sie erreichen aber viel zu wenige Migrantenkinder. Sie beheben auch nicht den grundsätzlichen Mangel, dass durch die Einsparungen im Regelbereich das Gros von förderbedürftigen Migrantenkindern ohne Unterstützung bleibt. AGIL forderte deshalb, das Bremer Bildungssystem so zu gestalten, dass von Anfang an sprachliche und schulische Förderung für alle bedürftigen Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund angeboten und in Bremen die eine Ganztagsschule von Klasse 1 – 10 für alle Kinder eingeführt wird.

Frau Professorin Karakaşoğlu (Uni Bremen) betonte, dass Bremen zwar reich an Projekten sei, die innerhalb und außerhalb von Schulen erfolgreich seien, dass aber damit zu wenige erreicht würden. Ziel müsse es aber sein, alle angemessen zu fördern und viel mehr interkulturelle Aus- und Weiterbildung für ErzieherInnen und LehrerInnen in Kindergärten, Schulen und an der Universität anzubieten.

Herr Professor Palentien (Uni Bremen) benannte unter anderem strukturelle Probleme der Schulen als Ursachen für die Schwierigkeiten, mit denen Migrantenkinder zu kämpfen haben.

Die Schulen müssten durchlässiger werden und stärker sozial-kommunikative und emotionale Kompetenzen entwickeln. Er forderte den individuellen Umgang mit kultureller Heterogenität in die Erziehungsarbeit.

Frau Stahmann (Bündnis 90/Die Grünen) forderte, die Talente und die Mehrsprachigkeit von Migrantenkindern zu nutzen. Dazu bedürfe es je einer zweiten qualifizierten Fachkraft in den Kitagruppen und verstärkter Förderung von Migrantenkindern. Das von der Großen Koalition durchgesetzte Schulsystem bezeichnete sie als falsch und plädierte für die eine Ganztagsschule von Klasse 1 – 10.

Herr Rohmeyer (CDU) warnte davor, die Schulstrukturdebatte fortzusetzen. Er kündigte an, sich für ein verpflichtendes beitragsfreies 3. Kindergartenjahr und für die Weiterführung von Förderunterricht einzusetzen. Man müsse vor allem die Beherrschung der deutschen Sprache fördern. Alle Vorstellungen, eine Ganztagsschule für alle von Klasse 1 – 10 und ein für alle verbindliches Fach "Ethik" einzuführen, lehnte er kategorisch ab.

Herr Dr. Buhlert (FDP) plädierte dafür, in den Kita´s mehr Fachkräfte einzustellen, die Ganztagsschule einzuführen und die Eltern stärker in die Erziehungsarbeit einzubeziehen. Es müssten neue Prioritäten gesetzt und die Finanzmittel umverteilt werden.

Herr Beilken (Die Linke) machte darauf aufmerksam, dass immer mehr Kinder in Förderzentren überwiesen werden und weniger Jugendliche berufliche Abschlüsse erreichen. Man dürfe nicht länger die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems fortsetzen.

Herr Senator Lemke (SPD) räumte ein, dass es auch im Lande Bremen in der Integrationspolitik große Versäumnisse gegeben habe. Er betonte, dass viele Förderprojekte inzwischen sehr erfolgreich seien und ausgeweitet werden sollen. Herr Lemke mahnte mehr Beteiligung der Eltern in der Erziehungsarbeit an.

In der lebhaften Debatte zeigten Beispiele aus der Praxis, wie wichtig neue Sichtweisen in der Migrantenpolitik und die Einstellung von viel mehr Sozialpädagogen und Lehrkräften mit Migrationshintergrund sind.

Für den GEW-Landesverband Bremen:

Nevin Lutz

Michael Mork

Ansprechpartner

GEW Bremen

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