Bessere Chancen für junge Griechen

Wege für junge in Deutschland lebende Griechen, einerseits in der griechischen Kultur erzogen, andererseits aber verstärkt in das deutsche Schulwesen integriert und damit auf den beruflichen Erfolg in Deutschland vorbereitet zu werden, standen im Mittelpunkt einer Expertentagung der Kultusministerkonferenz in München.

24.03.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die deutsche Delegation wurde angeführt von Josef Erhard, dem Amtschef des Bayerischen Kultusministeriums, und Ulrich Peitz, Vortragender Legationsrat im Auswärtigen Amt. Die griechische Delegation wurde geleitet von Prof. Andreas Karamanos, dem Generalsekretär des Ministeriums für Bildung und Religionen, und Dr. Ismini Kriari-Katrani, der Sondersekretärin für die Erziehung der Auslandsgriechen und die Interkulturelle Erziehung dieses Ministeriums.

Die griechische Delegation begrüßte es, dass die griechischen Kinder in Deutschland einen Zugang zu allen Fördermöglichkeiten haben. Dabei konzentrieren die deutschen Länder die Förderung vor allem auf die Aneignung der deutschen Sprache. Die griechischen Partner stellten die Bedeutung der Muttersprache für die Identität der jungen Griechen heraus.

Auch die Tatsache, dass die meisten jungen Griechen das deutsche Bildungssystem erfolgreich durchlaufen, wurde positiv registriert. Bei den Beratungen wurde auf die Erfahrungen in Deutschland hingewiesen, dass die Griechen, die eine deutsche Schule absolviert haben leichter einen Ausbildungsplatz finden als Abgänger der privaten griechischen Schulen. Derzeit laufen bilaterale Verhandlungen in Bayern, so Ministerialdirektor Erhard, die Wege zur staatlichen Anerkennung der privaten griechischen Schulen in München und Nürnberg aufzeigen.

Die Kultusministerkonferenz wird von den Griechen gebeten, eine mögliche Anerkennung des an griechischen Schulen erworbenen "Apolitirio" als gleichwertig zum Abitur zu prüfen.

Die griechische Seite äußerte den Wunsch, einen deutsch-griechischen Doppelabschluss einzuführen

Ein paar Fakten: Griechische Schüler in Bayern.

In Bayern besuchen mehr als 5400 griechische Schülerinnen und Schülern die Grund- und Hauptschule, davon 2561 private griechische Volksschulen. Damit pflegt die griechische Bevölkerungsgruppe besonders intensiv die griechische Tradition und Bildung. Über 200 gehen auf die Realschule und ca. 300 auf das Gymnasium.

Von den Griechen, die eine deutsche Schule besuchen, nehmen rund 400 am griechischen muttersprachlichen Unterricht des Freistaats Bayern teil. Dieser wird bis 2009 auslaufen; stattdessen bietet das griechische Generalkonsulat seit diesem Schuljahr muttersprachlichen Unterricht in eigener Verantwortung an.

Insgesamt besuchen rund 87.000 ausländische Schülerinnen und Schüler bayerische Grund- und Hauptschulen. Um ihre Integration in die einheimische Gesellschaft zu fördern, werden verschieden Maßnahmen durchgeführt, zum Beispiel:

  • Sprachstandsdiagnose und Vorkurs Deutsch in Zusammenarbeit von Schule und Kindergarten
  • Sprachlernklassen für Schulanfänger und Seiteneinsteiger
  • Intensivkurse und Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache
  • Übergangs- und Eingliederungsklasse

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