Lehrkräfte

Bewerbung für Direkteinstieg an Grund­schu­len und Sekun­darstufe I möglich

Eine Maßnahme im Paket des Kultusministeriums Baden-Württemberg gegen den Lehrkräftemangel ist die Ausweitung des Direkteinstiegs auf Grundschulen und die Sekundarstufe I (Werkreal- Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschulen).

21.04.2023 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
  • Eine Lehrerin steht vor einer Tafel, Schülerinnen melden sich. © s4svisuals - www.fotolia.com

Entsprechende Stellen sind seit heute im Sonderausschreibungsverfahren veröffentlicht. Damit steht der Weg zur Ausbildung als wissenschaftliche Lehrkraft in den Lehrämtern Grundschule sowie Sekundarstufe I künftig auch Personen offen, die kein Lehramtsstudium absolviert haben.

„Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz hat als eine Maßnahme gegen den Lehrkräftemangel empfohlen, das Angebot für einen Seiten- und Direkteinstieg zu prüfen und zu erweitern. Daran arbeiten wir schon eine Weile und nun setzen wir es um: Wir ermöglichen den Direkteinstieg in der Grundschule und der Sekundarstufe I und wollen damit die Unterrichtsversorgung verbessern“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper.

Direkteinstieg ist qualitativ hochwertig und ein attraktives Angebot

Die Kultusministerin betont: „Der Direkteinstieg ist ein Instrument, das sich an den beruflichen Schulen bewährt hat. Durch die intensive zweijährige Schulung ist der Direkteinstieg ein Weg in den Schuldienst, der Qualität sicherstellt. An den beruflichen Schulen ist er nicht mehr wegzudenken: Wir gewinnen darüber pro Jahr mehr als 200 Lehrkräfte für die beruflichen Schulen.“ Dass der Direkteinstieg attraktiv ist, zeigt auch die Zahl der Interessentinnen und Interessenten für den Direkteinstieg als Technische Lehrkraft oder Fachlehrkraft Sonderpädagogik. Nachdem im Herbst 2022 bereits die ersten Lehrkräfte diese Ausbildung begonnen haben, liegen jetzt rund 100 Bewerbungen für das Schuljahr 2023/2024 vor.

Direkteinsteigerinnen und -einsteiger werden schulbezogen eingestellt und durchlaufen berufsbegleitend eine zweijährige pädagogische Schulung an einem Seminar für Ausbildung und Fortbildung. So werden Qualität und inhaltlicher Umfang der Ausbildung sichergestellt. Die Ausbildung endet mit einer Prüfung. Anschließend erfolgt eine einjährige Bewährung, bevor die reguläre Einstellung mit einer möglichen Verbeamtung in den Schuldienst vorgenommen wird.

Voraussetzung: Bachelor- bzw. Masterabschluss

Auch die Voraussetzungen für den Direkteinstieg sind grundsätzlich hoch. In der Grundschule ist ein Einstieg nur mit einem akkreditierten Bachelor-Abschluss möglich. Aus den Studieninhalten müssen sich zwei Fächer der Grundschule ableiten lassen wie beispielsweise Sachunterricht, Kunst, Sport, Musik, Religion oder Englisch. Eines der Fächer muss Mathematik oder Deutsch sein.

Für die Sekundarstufe I ist ein akkreditierter Masterabschluss zwingende Voraussetzung, aus dessen Studieninhalten sich zwei Fächer der Sekundarstufe I ableiten lassen. Das sind beispielsweise Biologie, Chemie, Ethik, Religion, Französisch, Geographie, Geschichte, Informatik, Kunst, Mathematik, Musik, Physik, Politikwissenschaft, Sport, Technik sowie Wirtschaftswissenschaft.

Außerdem ist ein dreiwöchiges Praktikum in Form einer Tätigkeit in der schulischen oder außerschulischen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen Voraussetzung.

Die Stellen für den Direkteinstieg werden im Rahmen der Sonderausschreibung für alle Schularten verfügbar sein. Ausschreibungen sind insbesondere in Mangelregionen für den Direkteinstieg geöffnet, in denen die Besetzung mit Personen mit einer abgeschlossenen Lehramtsausbildung nicht sichergestellt werden kann. Bei den Stellen werden die Direkteinsteigerinnen und -einsteiger nachrangig zum Zug kommen. Priorität hat immer noch die Einstellung einer Lehrkraft, die ein Lehramtsstudium und ein Referendariat für die betreffende Schulart absolviert hat.


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