Bayern

"Bildung bietet die Chance zur Integration – aktive Teilnahme zwingend notwendig"

"Die Schule ist der Ort in der Gesellschaft, in dem Integration in besonderer Weise geleistet werden kann. Dazu bedarf es allerdings der aktiven Teilnahme aller Zuwandererfamilien", fordert Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. Viele Familien mit Migrationshintergrund würden sich dieser Herausforderung bereits stellen, aber längst noch nicht alle, so der Minister, der im Jahr 2010 als KMK-Präsident amtiert.

06.09.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die Schulen stoßen dann an Grenzen, wenn die Eltern die Lehrkräfte nicht in ihrer anspruchsvollen Aufgabe nachdrücklich unterstützen", so der Minister. Von allen Eltern von Zuwandererkindern erwartet Spaenle deshalb, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Kinder konsequent auf ihrem schulischen Weg begleiten und am schulischen Leben teilnehmen. Dazu müssten sie sich auch die deutsche Sprache aneignen und sich intensiv mit der Verfassung und den damit verbundenen Werten auseinandersetzen. Die öffentliche Hand unterstütze diese Bemühungen auch durch entsprechende Angebote. Sie sind auch in den Elternvertretungen jederzeit willkommen.

"Integration kann nur gelingen, wenn beide Seiten aktiv aufeinander zugehen", unterstrich Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. "Dabei muss aber klar sein: Wir dürfen von den Zuwanderern schon einen klaren Willen verlangen, dass sie sich in ihre neue Heimat und in deren Gesellschaft – also in Bayern und in die bayerische Gesellschaft - integrieren lassen wollen – und zwar auf der Basis der Grundordnung und der Bayerischen Verfassung. Der Grundordnung und der Bayerischen Verfassung liegt eine christlich-abendländische Geschichte und Tradition zugrunde. Aber auch die deutsche Gesellschaft muss auf die Menschen mit Migrationshintergrund proaktiv zugehen und sie dabei unterstützen", so der Minister.

"Die deutsche Sprache ist der Schlüssel zur Integration und zum schulischen Erfolg", unterstrich der Kultusminister. Bayern habe seinen Willen bekräftigt, die Menschen mit Migrationshintergrund zu integrieren. Spaenle hatte 2009 ein Gesamtkonzept zur Förderung der schulischen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund vorgelegt. Dieses sieht umfangreiche Maßnahmen der Sprachförderung der jungen Menschen aus Zuwandererfamilien vom Vorschulalter bis in die weiterführenden Schulen vor. So müssten Kinder, die in die Grundschule gehen wollten und noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügten, entsprechend Vorkurse besuchen. Erst dann werden sie in Bayern eingeschult.

Das Konzept des Ministers sieht auch die Stärkung interkultureller Kompetenzen bei allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften vor. Im Dialog werde deutlich, dass Kinder mit Migrationshintergrund eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellen. Dr. Spaenle hatte 2009 auch einen Runden Tisch mit allen Beteiligten zur Integration eingerichtet. Besonders talentierte junge Zuwandererkinder werden durch ein Stipendienprogramm des Freistaats bereits seit 2005 gefördert.


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