Bildungs-Hausaufgaben für die Koalitionsverhandlungen
Die Bildungsgewerkschaft GEW Baden-Württemberg freut sich, dass Grüne und CDU mit den Koalitionsverhandlungen beginnen und sieht viele unerledigte Hausaufgaben beim Thema Bildungspolitik für den Koalitionsvertrag. Die GEW erwartet „sinnvolle Entscheidungen für eine gute Bildungspolitik bis 2031“.
15.04.2026 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg„Cem Özdemir und Manuel Hagel haben beide bereits mit der GEW Schulen besucht und wissen, vor welchen Herausforderungen eine mutige Bildungspolitik steht, die unsere 1,5 Millionen Kinder und Jugendlichen zwischen Main und Bodensee fit macht für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Was bisher dazu im Ergebnis der Sondierungen steht, ist Magerkost. Ein landesweites Handyverbot, das an vielen Schulen schon zur Realität gehört, ist Populismus und nicht die Lösung für viele Herausforderungen. Wir erwarten im Koalitionsvertrag Antworten, wie Grüne und CDU sicherstellen wollen, wie trotz Lehrkräftemangel an allen 4.500 Schulen im Land alle Stellen besetzt werden können, wie guter Ganztag selbstverständlich wird und das Wort Bildungsgerechtigkeit fehlt noch komplett in den 48 Punkten des Sondierungsergebnisses“, sagte David Warneck, stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch (15.04.) in Stuttgart.
Warneck vertritt derzeit Monika Stein, die für den OB-Wahlkampf in Freiburg ihr Amt als Landesvorsitzende ruhen lässt. Die GEW hat Ende März 2026 mit gut 51.400 Mitgliedern einen neuen Höchststand in ihrer 70jährigen Geschichte erreicht. Die größte bildungspolitische Interessenvertretung im Land bietet der neuen Landesregierung ihre konstruktive Zusammenarbeit an.
Die GEW freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem oder der CDU-Kultusminister:in. „Auch wenn dann vielleicht im Ministerium nicht gegendert werden darf, stand die CDU in der Vergangenheit immer wieder für mutige Bildungspolitik. Das Vorgriffstundenmodell vor 25 Jahren verhandelte die GEW mit der CDU, die CDU-Kultusministerin Annette Schavan sorgte für die meisten zusätzlichen Lehrerstellen in den vergangenen 30 Jahren und das bis heute nicht vollständig umgesetzte Schulleitungskonzept von Susanne Eisenmann war ein Schritt in die richtige Richtung. Daran sollte die CDU anknüpfen und eine mutige und innovative Spitze für das Ministerium suchen“, sagte Warneck.
Schüler:innenzahlen steigen: 140.000 Lehrkräfte begleiten die 1,5 Millionen Schüler:innen in Baden-Württemberg auf dem Weg ins Leben. Die Schüler:innenzahlen sollen nach den Berechnungen des Statistischen Landesamtes bis 2035/36 auf 1,624 Millionen ansteigen.
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