Bildungsgerechtigkeit darf es nicht nur für bestimmte Schülergruppen geben
Der BLV Baden-Württemberg unterstützt die Landesregierung: ungeklärte Fragen gerade auch für berufliche Schulen müssen vor einer Bildungsreform erst geklärt werden.
22.12.2023 Baden-Württemberg Pressemeldung Berufsschullehrerverband Baden-WürttembergBerufliche Schulen brauchen mehr Ressourcen, damit die Unterrichtsversorgung und Fördermaßnahmen auf den Standard der allgemeinen Gymnasien angehoben werden können.
„Die allermeisten Schülerinnen und Schüler besuchen andere Schularten wie z.B. Realschulen, Gemeinschaftsschulen und berufliche Schulen. Aber eben kein allgemeinbildendes Gymnasium. Ich bin bestürzt, dass das niemand zu wissen scheint. Es kann doch nicht sein, dass alle diese Schülerinnen und Schüler und Ihre Bedarfe so wenig im Fokus stehen, wenn im Landtag über zusätzliche Millionen für Bildung diskutiert wird“, so der BLVVorsitzende Thomas Speck heute in Stuttgart.
Daher ist es auch richtig, die Auswirkungen auf andere Schularten zu prüfen und auf eine gerechte Aufteilung der Gelder für alle Schularten zu achten. „So gehe ich davon aus, dass zunächst einmal die Unterrichtsversorgung z.B. der beruflichen Schulen an die Ressourcen des allgemeinbildenden Gymnasiums angeglichen wird, bevor es dort zu Änderungen kommen kann. Seit Jahren liegt die Unterrichtsversorgung der beruflichen Schulen deutlich unter dem Standard allgemeinbildender Gymnasien. Nach wie vor stehen Schülerinnen und Schüler beruflicher Gymnasien weniger Lehrerstunden als Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Gymnasien zur Verfügung. Damit muss jetzt Schluss sein“, fordert der BLV-Vorsitzende.
Bildungsgerechtigkeit darf es nicht nur für bestimmte Schülergruppen geben. Es ist die Aufgabe der Politik in allen Schularten für Ausgleichsmöglichkeiten zu sorgen. Lehrkräfte an beruflichen Schulen müssen immer öfter reparieren, was in früheren Schuljahren verpasst wurde. Gleichzeitig organisieren die Schulleitungsteams den Unterricht für eine enorm gestiegene Zahl an Geflüchteten. Berufliche Schulen haben einen deutlich höheren Ausländeranteil als allgemeinbildende Schulen. „Wir bringen die Kinder und Jugendlichen um ihre Zukunftschancen, wenn berufliche Schulen und ihre Integrationsleistung nicht nachhaltig gestärkt werden, dies gilt es bei allen bildungspolitischen Vorhaben zu berücksichtigen“, so Thomas Speck abschließend.
Die beruflichen Schulen in Baden-Württemberg unterrichten im laufenden Schuljahr landesweit rund 322.000 Schülerinnen und Schüler.Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrerverband) vertritt in BadenWürttemberg mehr als10.000 Lehrerinnen und Lehrerundhat im Bereich der beruflichen Schulen in allen Personalvertretungen auf Regierungspräsidiumsebene sowie im Kultusministerium die Mehrheit.
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