Bildungswesen: Kein Wirtschaftsbetrieb
(bikl) Fünf Einsprüche gegen die gegenwärtigen Reformen im Bildungssystem hat eine Gruppe von Erziehungswissenschaftlern aus verschiedenen Universitäten und Hochschulen im August in Frankfurt formuliert. Heute werden diese Thesen in einer Versammlung dem Titel 'Das Bildungswesen ist kein Wirtschaftsbetrieb' an der Universität Frankfurt diskutiert.
10.10.2005 ArtikelMit ihren fünf Einsprüchen wenden sich die Erziehungswissenschaftler gegen eine Bildungspolitik, "die das Bildungssystem nach betriebswirtschaftlichen Mustern in den Griff zu bekommen sucht", gegen die "weitere Aushöhlung von universitären Studiengängen – insbesondere auch in der Lehrerausbildung – durch ihre zunehmende Verschulung" und sie widersprechen der Meinung, Leistungsstandards zur Überprüfung von Basiskompetenzen seien ein geeignetes Mittel, um die "größtmögliche Gleichheit der Bildungschancen" zu erreichen.
Diese Einsprüche sind zum Teil auf breite Zustimmung unter Hochschullehrern und Lehrern sowie ihren Verbänden gestoßen - angefangen vom Hochschullehrerband bis zur Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Widerspruch hingegen kam von dem Berliner Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth. Er erklärte in der letzten Ausgabe der ZEIT, diese Kritik, leugne nicht den Reformbedarf, "aber nach rückwärts; denn sie fingiert die Vergangenheit des Bildungssystems als heile Welt, die erst von Evaluation und Akkreditierung, Bologna-Prozess und Bildungsstandards bedroht wird."
Am Ende der heutigen Veranstaltung in der Universität Frankfurt soll eine 'Frankfurter Erklärung' mit konkreten Forderungen erhoben werden.
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[Veranstaltungshinweis]](http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/einsprueche/index.html)
Artikel in der ZEIT
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