Bilingualer Unterricht stärkt das Profil der Realschulen

"Die Anwendung der Fremdsprache als Arbeitssprache ermöglicht einen guten Einstieg ins Berufsleben. Außerdem erleichtert die zweite Fremdsprache den Erwerb der Fachhochschulreife. Unser Ziel ist es, den bilingualen Unterricht konsequent und stufenweise an vielen Realschulen in Baden-Württemberg umzusetzen", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL.

05.02.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Der Bildungsplan für Realschulen in Baden-Württemberg sieht bilingualen Unterricht vor. Bilinguales Lehren und Lernen ist in allen Sachfächern möglich. Etwa 25 Prozent der baden-württembergischen Realschulen bieten in einzelnen Fächern oder in einzelnen Unterrichtssequenzen bilingualen Unterricht an. An 98 Realschulen des Landes werden Module einzelner Sachfächer in englischer, an acht in französischer Sprache unterrichtet. Elf Realschulen an der Rheinschiene bieten seit über zehn Jahren ab Klasse 5 wahlweise Englisch oder Französisch als erste Fremdsprache an. Neben Englisch soll hier auch bilingualer Unterricht in Französisch gefördert werden.

Einen Bestandteil der neuen Realschulabschlussprüfung bildet zudem die mündliche Kommunikationsprüfung "EuroKom" (Europäische Kommunikationsfähigkeit) in der Klasse 10 der Realschule.

Mit Einführung des Bildungsplans 2004 baut die Realschule als einzige Schulart in Baden-Württemberg auf drei verbindliche Unterrichtskategorien: die traditionellen Fächer, die neuen Fächerverbünde Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde (EWG) und Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA) sowie die Themenorientierten Projekte (TOP). Insgesamt vier Themenorientierte Projekte sind für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend: Technisches Arbeiten (TA) in Klasse 5 oder 6, Soziales Engagement (SE), Wirtschaften, Verwalten, Recht (WVR) und Berufsorientierung an Realschulen (BORS). Die Schülerinnen und Schüler bewältigen innerhalb der Themenorientierten Projekte komplexe Aufgabenstellungen und setzen lösungsorientierte Vorgehensweisen um. Die Themenorientierten Projekte fördern fachliche, methodische, soziale und personale Kompetenzen und stärken somit die Persönlichkeitsentwicklung.

Das Themenorientierte Projekt BORS unterstützt beispielsweise die Jugendlichen bei der Berufswahl. Die Schülerinnen und Schüler planen im Team Vorgehensweisen, legen Fixpunkte fest und erarbeiten selbstständig einen Überblick über zentrale Gesichtspunkte der Berufs- und Arbeitswelt. Die Schülerinnen und Schüler profitieren von der Einbeziehung der Eltern, der Arbeitsverwaltung, außerschulischer Kooperationspartner (etwa Betriebe) und ehemaliger Realschülerinnen und Realschüler. "Die bisherigen Erfahrungen verdeutlichen, dass die Themenorientierten Projekte in ihrer Intension voll akzeptiert und von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Eltern und außerschulischen Partnern begrüßt werden", sagte Kultusminister Rau. Die Themenorientierten Projekte sollten nach Ansicht des Ausschusses "Bürgerschaftliches Engagement" des Deutschen Bundestages auch in anderen Bundesländern Nachahmung finden.


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