Bayerische Lehrerverbände

CDU-Politik immer profilloser: Hauptschule abschaffen, aber Hauptschulpädagogik soll bleiben?!

"Wir Lehrkräfte in Bayern fordern Herrn Wöller und Frau Schavan von der CDU dazu auf, uns zu erklären, welchen Sinn die Zusammenlegung von Hauptschule und Realschule, z. B. in Bayern, haben soll, wenn gleichzeitig in der vorgeschlagenen Oberschule (= Begriff aus der sozialistischen Ost-Bildungspolitik) die Vorteile der Differenzierung von Realschul- und Hauptschulbildungsgang mit den entsprechenden Abschlüssen erhalten bleiben sollen. Die CDU betreibt mit ihrem Vorschlag einen Etikettenschwindel mit Einsparpotenzial bei Kindern, den sie vor Jahren noch verteufelt hat. Damit findet die CDU –orientierungs- und profillos dem Zeitgeist folgend –einen Platz im Schoß jener, die den Bürgern vorgaukeln, dass eine Gemeinschaftsschule alle Probleme löse." Mit dieser Bemerkung kommentiert abl-Präsident Anton Huber am Rande einer Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände die Vorschläge zur Schulstrukturänderung für den CDU-Parteivorstand am 27. Juni.

26.06.2011 Pressemeldung Verband Reale Bildung

-Huber weiter: "Im Kern entscheidet die CDU-Politik in diesen Tagen darüber, was sie von schulischer Bildung erwartet. Mit ganztägigen Gemeinschaftsschulmodellen wendet sich nun auch die CDU vom Leistungsgedanken in der Schule ab und schreibt ihr primär die Aufgabe der Betreuung von Kindern in staatlichen Einrichtungen zu. Das erinnert sehr an Verhältnisse, die uns noch vor 1990 als unannehmbar galten. So erklären sich auch die Rollenwechsel von Schülern und Lehrern. Schüler werden zu Lehrenden, weil schwächere Schüler angeblich von Mitschülern besser lernen und Lehrkräfte werden zu Lernbegleitern und Lernberatern abgestuft. Dieser Rollenwechsel ist nicht zielführend. Die CDU wird mit ihrer Abwendung vom differenzierten Schulwesen nicht punkten, weil sie - bei starker internationaler Konkurrenz - für einen großen Teil unserer Gesellschaft nur mehr eine volkstümliche Bildung (Betreuung) vorsieht. Für ideologiegeleitetes Verständnis von Schule gibt es glaubwürdigere Parteien."

ARBEITSGEMEINSCHAFT BAYERISCHER LEHRERVERBÄNDE Für den Inhalt verantwortlich:

Ansprechpartner: Anton Huber, abl-Präsident, Landesvorsitzender brlv, Tel. 0171 8290193

Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von rund 60 000 Lehrkräften.

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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