"Das Bildungswesen muss gerecht sein und den Kindern und Jugendlichen alle Chancen eröffnen"

Ein klares Votum für Bildungsgerechtigkeit im Schulwesen, um jedem Kind optimale Chancen zu eröffnen, gab heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Bundeskonferenz der Direktoren der Gymnasien in München ab. Einer Schulstrukturdebatte als l`art pour l`art erteilte der Minister eine klare Absage - diese diene nicht dem Kind.

10.11.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Der junge Mensch steht für den Bayerischen Kultusminister im Mittelpunkt seiner Arbeit, ebenso aber auch die Menschen, die Leute ausbilden, erziehen und begleiten. Lehrkräfte leisten für den Kultusminister wie kaum ein anderer Berufsstand Verantwortung für die Zukunft der jungen Menschen und damit für die Zukunft der Gesellschaft als Ganzes. "Sie eröffnen den jungen Menschen den Blick auf die Welt", ergänzte der Minister, und bilden personelle Säulen in der "Zukunftswerkstatt Bildung".

"Jedes Kind braucht seine Chancen"

"Wir müssen den Schülern mit ihren unterschiedlichen Begabungen eine optimale Förderung und Bildung ermöglichen - jedes Kind braucht seine Chancen", unterstrich Minister Spaenle im Gespräch mit den Direktoren. "Das differenzierte bayerische Schulwesen ermöglicht dies sehr gut", betonte Minister Spaenle. Es eröffne den Schülern eine Vielzahl von Chancen.
Der Minister bekannte sich zu dem achtjährigen bayerischen Gymnasium, das einen festen Platz im differenzierten Bildungswesen einnehme und dessen Position darin noch gestärkt werde. Auch mit Hilfe der Intensivierungsstunden, die die Gymnasien seit diesem Schuljahr noch zielgenauer nach den Bedürfnissen der Schüler anbieten, werden die Kinder und Jugendlichen individuell gefördert.

Schulsystem muss durchlässig sein - gesellschaftlicher Auftrag

Die Durchlässigkeit des Schulsystems ist für den Minister eine Grundvoraussetzung, um Bildungsgerechtigkeit für die Schüler zu verwirklichen. Das ist ein gesellschaftlicher Grundauftrag, so der Minister. Ein Schulartwechsel müsse in unterschiedlichen Jahrgangsstufen möglich sein. Deshalb wird Bayern z.B. die Übertrittsbedingungen für die Kinder nach der Grundschule ändern. So werden künftig neben der Leistung des Schülers der Elternwillen und die weiterführende Schule, die der Schüler nach der Grundschule besucht, bei der Wahl der Schullaufbahn eine größere Rolle spielen. Die 5. Jahrgangsstufe wird Bayern darüber hinaus zu einer "Gelenkklasse" ausbauen. Absolventen der Realschule könnten unmittelbar in die 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums überwechseln, die Bedingungen dafür seien erleichtert worden.

Berufliche Oberschule flächendeckend ausgebaut

Um die Durchlässigkeit des Schulwesens zu erhöhen, habe Bayern den Weg von motivierten Schülern über Fachoberschule und Berufsoberschule unter dem Dach der Beruflichen Oberschule zum Abitur und zum Studium flächendeckend ausgebaut. Die Berufliche Oberschule stellt für Dr. Spaenle keine Konkurrenz zum Gymnasium dar, erweitert aber die Chancen für junge Menschen.
Minister Spaenle dankte Oberstudiendirektorin Barbara Loos aus München für ihr Engagement als Vorsitzende der Bundesvereinigung der Gymnasialdirektoren.


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