Philologenverband

"Das Gegenteil von Verlässlichkeit, Kontinuität und Schulfrieden"

Anlässlich der heute in Düsseldorf auf Einladung des Schulministeriums stattfindenden Bildungskonferenz hat der DPhV-Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger die Vorgehensweise und das Konzept der NRW-Landesregierung scharf kritisiert:

23.09.2010 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

"Was von Frau Ministerin Löhrmann als Schulfrieden und Schulreform von unten verkauft wird, ist in Wirklichkeit genau das Gegenteil davon. Die Absicht, über einen zunächst auf 6 Jahre begrenzten Schulversuch ohne ausreichende parlamentarische Mehrheit Schulstrukturen von oben massiv zu verändern, wird genau das Entgegengesetzte von dem bewirken, was sich Eltern, Schüler und Lehrer nach allen Meinungsumfragen so dringend erhoffen. Statt mehr Kontinuität verstärktes Chaos, statt mehr Durchlässigkeit weniger Mobilität, statt mehr Verlässlichkeit weniger Berechenbarkeit, statt Schulfrieden einen Schulkampf!"

Die Bildungskonferenz selbst wertete Meidinger als Alibiveranstaltung, da sich die Schulministerin hinsichtlich der Genehmigung von Schulversuchen im Vorfeld schon eindeutig festgelegt habe. Von einer ergebnisoffenen Diskussion könne somit keine Rede mehr sein.

Der Verbandschef erinnerte daran, dass das gegliederte Schulwesen und die bestehenden Schularten in der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen ausdrücklich verankert sind.

Es sei nicht auszuschließen, so Meidinger, dass es für all jene, die jetzt unter dem Deckmantel von Schulversuchen auf eine grundlegende Strukturänderung hofften, bald ein böses Erwachen geben werde. "Ob sowohl der Wähler als auch das Verfassungsgericht letztendlich diese undemokratische Vorgehensweise der Schulministerin und der Landesregierung billigen werden, halte ich für äußerst fraglich. Deshalb sind alle Kommunen schlecht beraten, die sich auf dieses Experiment einlassen! Hamburg, das jetzt die Primarschule abwickeln muss, sollte ein warnendes Beispiel sein", sagte der DPhV-Vorsitzende.


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