Fehlende Anerkennung

Das Hauptschulsterben ist wohl nicht mehr aufzuhalten

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg versteht die Sorge der Kultusministerin um die schwindenden Hauptschulstandorte und sieht diese Schulart, an der wertvolle pädagogische Arbeit geleistet wird, der aber die gesellschaftliche Anerkennung versagt bleibt, als im höchsten Grad gefährdet an.

05.07.2019 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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Wenn sich nicht bald etwas bei den Hauptschulschulen tut, steht diese Schulart nicht auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Arten, sondern verschwindet bald völlig aus der Schullandschaft, beklagt der gewerkschaftliche Berufsverband der Lehrer. Immer mehr Hauptschulen im Land müssen zwangsläufig schließen, weil sich dort kaum noch Schüler anmelden. Grundschüler mit einer Hauptschulempfehlung wollen ihren Abschluss meist an einer Realschule oder an einer Gemeinschaftsschule ablegen. Und wenn sie sich bewusst für eine Hauptschule/Werkrealschule entscheiden, finden sie meist gar keine mehr in räumlicher Nähe. Viele beteuern zwar, wie wertvoll diese Schulart im gegliederten Schulwesen sei, schicken aber die eigenen Kinder auf jede andere Schule, nur nicht auf die Hauptschule. Gab es einst über 1.200 Hauptschulen in Baden-Württemberg, so hat sich die Zahl dieser Schulen in kürzester Zeit mehr als halbiert. Und weitere Schulen sind von der Schließung bedroht, weil die niedrigen Schüleranmeldezahlen keine Klassenbildung mehr zulassen.

Die qualitativ hochwertige Arbeit, die Lehrer mit hohem Engagement an Hauptschuen leisten, hat nur äußerst selten Anerkennung gefunden - wenn überhaupt. Gar nicht so selten bekam diese Schulart den Stempel „Restschule“ aufgedrückt. Von einer finanziellen Würdigung der Arbeit der Hauptschulkollegen hatte man - nach einem vorübergehenden Versuch, besonders engagierte Kollegen nach A 13 zu befördern, - rasch wieder Abstand genommen, bemängelt der VBE. Lediglich neu eingestellte Lehrer an Hauptschulen erhalten jetzt die Besoldung, die auch Realschullehrer bekommen. „Alte Hasen“, die den neuen Lehrkräften in der beamtenrechtlichen Probezeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, verdienen jedoch weiterhin deutlich weniger (A 12 statt A 13).


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