Debatte um Zentralabitur

Zu den Ankündigungen des sachsen-anhaltischen Kultusministers, Prof. Jan-Hendrik Olbertz, einen "süddeutschen" Zentralabiturverbund unter Einschluss Sachsen-Anhalts, anzustreben, erklärte die amtierende GEW-Chefin Sachsen-Anhalts, Eva Gerth: "Ein reichliches Jahr nach der Föderalismusreform zeigt sich immer mehr, dass der gewollte Totalföderalismus bei den Hauptbeförderern auf Grenzen stößt. Was sich jetzt abspielt kann man nur als populistische Widersprüchlichkeit bezeichnen."

17.03.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Einerseits beschwöre man den Kulturföderalismus und andererseits einen neuen Zentralismus, um sich wohl als besonders reformfreudig darzustellen.

Ein wie immer geartetes Zentralabitur löst nicht die Probleme, die auch das Gymnasium hat, fügte Gerth, selbst Gymnasiallehrerin, hinzu. "Auch in dieser Schulform ist es nicht gelungen, eine Förderkultur zu etablieren."

Die GEW sieht auch in Sachsen-Anhalt das im Westen heftig debattierte G-8-Problem. "Wir beobachten mit großer Sorge die hohe Zahl von Abbrüchen im gymnasialen Bildungsgang." Statt sich vor den anderen Kolleginnen und Kollegen in der KMK zu brüsten, sollte der Minister die Zahlen der "Abschulungen" offen legen und über Förderkonzepte gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern nachdenken, fügte Gerth hinzu. "Schließlich brauchen wir mehr studierwillige und studierfähige junge Menschen."

Nach dem man über gemeinsame Bildungsstandards nachgedacht habe, bestehe keine Zwang zu deutschlandweiten Zentralabituren. Es wäre z.B. ein großer Verlust, wenn man die letzten Reste polytechnischer Bildung einer vermeintlichen Einheit mit Bayern opfern würde. Zuletzt hatte z.B. Wirtschaftsminister Haseloff, eine Verstärkung dieser Aspekte gefordert. Dem könne die GEW nur zustimmen.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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