Bayern

Den Übergang vom Gymnasium zur Universität weiter verbessern!

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion des Forums Universität-Gymnasium sprach der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt gestern Abend an der Technischen Universität München gemeinsam mit Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch, dem Präsidenten der TU München Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann und dem Dekan der TUM School of Education Prof. Dr. Manfred Prenzel über das Thema Vom Gymnasium zur Universität. Studierfähigkeit und Studienerfolg nach Schul- und Studienreformen.

02.02.2012 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Schmidt wies darauf hin, dass das erste G 8- Abitur erst ein Dreivierteljahr zurückliegt und somit noch keine endgültigen Aussagen getroffen werden können. Ein klarer Erfolg seien jedoch das Wissenschaftspropädeutische und das Projekt-Seminar der neuen Oberstufe, die auf Forderungen des bpv zurückgehen. Nachbesserungsbedarf sah Schmidt im Bereich der verpflichtenden Abiturprüfungsfächer (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache), die in der Mittelstufe des Gymnasiums teilweise nur dreistündig unterrichtet werden: "Hier brauchen wir innerhalb des Systems mehr Zeit, um die Schülerinnen und Schüler langfristig und nachhaltig fördern zu können!"

Der Vorsitzende machte auch darauf aufmerksam, dass Stütz- und Brückenkurse an den Universitäten zeigen, dass noch nicht alles rund läuft. "Solche Kurse sind besser an den Gymnasien aufgehoben," forderte Schmidt. Gleichzeitig sollten Gymnasiallehrerinnen und –lehrer in der Eingangsphase auch an den Universitäten mit eingesetzt werden. Da die Hochbegabtenförderung zwischen Schule und Universität einen Bruch erfahre, bot Schmidt insbesondere in diesem Bereich die Zusammenarbeit an.

Als oberstes Ziel für das Gymnasium sieht Schmidt die Aufrechterhaltung der fachlichen Qualität. Gleichzeitig müsse aber auch zur Vorbereitung auf Studium und Beruf die Selbstständigkeit noch weiter gefördert werden. In diesem Zusammenhang sprach Schmidt die zu sehr im Vordergrund stehende Holschuld der Lehrer im Hinblick auf Noten an, die durch eine stärkere Bringschuld der Schüler ersetzt werden müsse: "Ärztliche Atteste sind für Schüler einfacher zu kriegen, als dass sie in die Schule gehen und sagen, dass sie nicht gelernt haben. Hier muss die Eigenverantwortung gestärkt werden! Die Abwesenheiten während der Oberstufe schwanken saisonal stark!"

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung wird am 24. März von BR-alpha ausgestrahlt.


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