Der Lernort Schule braucht doppeltes Investment: Geld - und Vertrauen

Stellungnahme der Stiftung Lesen zum heute veröffentlichten Bericht Bildung in Deutschland 2008: Die Instrumente sind bekannt, wie Schulen Integration und Qualifikation leisten können. Sie werden jedoch nicht finanziert. Nur starke Schulen können Kinder stark machen.

12.06.2008 Pressemeldung Stiftung Lesen

"So wichtig es ist, durch Qualifizierungsmaßnahmen Brücken zwischen Schule und Berufsleben zu schlagen: Kinder und Jugendliche müssen vor allem in der Schule selbst für das Berufsleben stark gemacht werden. Alles andere ist Makulatur." Das ist laut Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, der "brisante Kern" des Berichts "Bildung in Deutschland 2008", der heute im Rahmen einer Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin veröffentlicht wurde.

Kreibich zufolge muss insbesondere in Bezug auf die Qualifizierung lernschwacher Jugendlicher "in einem ganz neuen Maßstab" in die Institution Schule investiert werden: "Der Lernort Schule braucht doppeltes Investment - Geld und Vertrauen." Kreibich: "Viele Projekte zeigen, dass gerade auch Jugendliche aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund für den Erwerb von Lesekompetenz und anderer Basisqualifikationen motiviert werden können". Dies belegten etwa besonders überzeugend die bundesweiten Leseclubs der Stiftung Lesen für deutsche und ausländische Schüler: "Sie greifen in der Schule, aber befreit vom Lehrplan-Korsett als Nachmittags-Angebot Themen auf, die den Jugendlichen auf den Nägeln brennen." Diese und viele weitere schulische Förder-Instrumente seien auf Expertenebene bekannt. Sie seien jedoch beim derzeitigen Stadium schulischer Infrastruktur "zu pädagogischen Spielwiesen degradiert", da man sie nicht auf breiter Ebene umsetze. Kreibich: "Wenn wir die heutige Schülergeneration wirklich als Schlüsselfaktor unserer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zukunft ernst nehmen, dann müssen wir realisieren, dass nur starke Schulen Kinder stark machen können."

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