Der "Technik-Schnuppertag" für Mädchen bietet am 28. April bundesweit über 6.500 Veranstaltungen an

Am morgigen Girls'Day werden zum fünften Mal Schülerinnen in ganz Deutschland einen Tag lang technische, wissenschaftliche und handwerkliche Berufe erleben. Mehr als 6.500 Firmen, Ministerien, Medienanstalten, Werkstätten und andere Einrichtungen bieten bundesweit über 120.000 Plätze für Mädchen der 5. bis 10. Klassen an.

27.04.2005 Pressemeldung Initiative D21 e. V.

"Mädchen bringen wegen ihrer guten Schulabschlüsse und hohen Leistungsbereitschaft gute Voraussetzungen gerade auch für technisch anspruchsvolle Berufe mit", sagten Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, am Mittwoch in Berlin. Dennoch entscheide sich die Mehrzahl der Schülerinnen noch immer für 'klassisch weibliche' Berufe.

"Der Girls'Day weckt Lust auf Berufe, die zukunftsorientiert sind", sagte Bulmahn. Die Bundesbildungsministerin wies darauf hin, dass technisches Wissen in immer mehr Berufen eine zunehmend wichtige Rolle spiele. "Mädchen nutzen nicht alle Zukunftschancen, wenn sie sich - wie leider noch viel zu oft - vor allem verschließen, was mit Technik zu tun hat." Der Girls'Day baue Hemmschwellen ab und zeige Mädchen die Breite der Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, so Bulmahn.

"Eltern, Lehrkräfte, Berufsberaterinnen und -berater, aber auch Personalverantwortliche in Unternehmen sollten Mädchen ermutigen, Berufe mit Zukunft zu erkunden. Die Vorstellung, dass bestimmte Berufe typisch männlich oder typisch weiblich sind, ist überholt", so Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Ministerinnen kündigten außerdem einen Girls'Day Song-Wettbewerb an, der noch im Frühsommer starten werde. Bis Anfang November können Mädchen-Bands ihre musikalischen Ideen zum Mädchen-Zukunftstag 2006 einreichen. Das Gewinner-Lied soll im kommenden Jahr als CD herauskommen und 2006 als "Girls'Day Erkennungsmelodie" gespielt werden.

Der Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die Initiative wird getragen vom BMBF, dem BMFSFJ, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Verein "Frauen geben Technik neue Impulse".

Weitere Informationen zum Girls'Day

Mädchen-Zukunftstag und dem Song-Wettbewerb im Internet unter: www.girls-day.de oder bei der Bundesweiten Koordinierungsstelle Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag
Ansprechpartnerin: Carmen Ruffer
Frauen geben Technik neue Impulse e.V.
Wilhelm-Bertelsmann-Str. 10, 33602 Bielefeld
Telefon: 0521 / 106 7378 / Fax: 0521 / 106 7354

Statements der Aktionspartner anlässlich der Pressekonferenz zum Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag am 27. April 2005

Heinrich Alt, Mitglied des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit

"Wir sind langfristig dringend auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen - vor allem in den qualifizierten technischen und handwerklichen Berufen, die den guten Ruf deutscher Qualitätsprodukte in der Welt begründen. Darüber darf die gegenwärtig schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht hinwegtäuschen.
Dass diese Welt der Technik nicht nur eine Männerdomäne ist, sondern auch die Kompetenz und Kreativität von Frauen braucht, ist die wichtigste Botschaft des Girls' Day - eine Botschaft, die sich gleichermaßen an Schülerinnen auf der Suche nach "ihrem" Beruf und an Unternehmen auf der Suche nach geeigneten Auszubildenden richtet. Die Bundesagentur für Arbeit möchte beide Seiten ermuntern, sich auf unkonventionelle Pfade zu begeben, und unterstützt sie dabei durch kompetente Beratung und Vermittlung."

Dr. Ursula Engelen-Kefer, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Der Girls'Day ist aus unserer Sicht dringend notwendig, solange Mädchen und Frauen auf dem Ausbildungsmarkt benachteiligt werden. Der Zugang zu Ausbildungsplätzen muss für Mädchen und Jungen gleichermaßen gewährleistet sein. Ein Mädchen - Zukunftstag ist ein wichtiger Baustein, um die nach wie vor bestehenden Nachteile junger Frauen beim Zugang zu Ausbildung und Beruf auszugleichen. Insbesondere mit dem Einstieg in technische und naturwissenschaftliche Berufe haben sie die Möglichkeit, zukunftsweisende Wege im Berufsleben zu beschreiten. Der Girls'Day bietet den Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, mädchenspezifische Angebote zu machen. Erfahrungsgemäß nehmen die jungen Frauen gerade dieses speziell auf sie zugeschnittene Angebot der Betriebe und Verwaltungen gerne wahr.

Thomas Ganswindt, Vorsitzender der Initiative D21, Mitglied des Zentralvorstands Siemens AG

Eine Ausbildung in der IT-Branche bietet jungen Menschen ausgezeichnete Zukunftschancen und stellt ein großes Potenzial für den Standort Deutschland dar. Dieses Potenzial der Branche müssen besonders Mädchen noch besser für eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich nutzen. Deshalb unterstützt die Initiative D21 verschiedene Projekte, die mehr weiblichen Nachwuchs im IT-Bereich, Technik und Naturwissenschaften gewinnen wollen. Zu diesen Projekten gehören unter anderem das Bundesausbildungsprojekt idee_it, der Hochschulwettbewerb Get the Best und natürlich der Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag. Die Initiative D21 unterstützte schon den ersten Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag im Jahr 2001. Damals aktivierte sie ihre Mitgliedsunternehmen für die Teilnahme an den ersten Pilotveranstaltungen.

Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Zum fünften Mal bietet der Girls'Day jungen Mädchen in diesem Jahr die Möglichkeit, technische und naturwissenschaftliche Berufe kennen zu lernen. "Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass der Girls'Day das Berufswahlverhalten der jungen Frauen positiv beeinflusst. Mädchen nutzen die Möglichkeiten, die ihnen der Girls'Day bietet, um sich über Berufe zu erkundigen, die sie sonst wahrscheinlich nicht in Betracht gezogen hätten". Aber auch für Unternehmen hat sich der Girls'Day zu einem wichtigen Instrument des Personalmarketings entwickelt. Gerade techniknahe und naturwissenschaftliche Berufe bieten chancenreiche Perspektiven für die berufliche Karriere von Frauen. Aus diesen Gründen ist der Girls'Day aus unserer Sicht auch ein wichtiges Instrument, um die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Berufsleben weiter umzusetzen und das traditionelle Berufswahlverhalten von jungen Frauen positiv zu beeinflussen", erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt.

Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks

In einem arbeitsintensiven Wirtschaftssektor wie dem Handwerk hängt der wirtschaftliche Erfolg in besonderer Weise von der Qualifikation, Leistungsbereitschaft und Motivation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ab. Gerade angesichts der demographischen Entwicklung und des drohenden Fachkräftemangels im Handwerk ist eine gute Belegschaft mit entscheidend für den Erfolg. Daher wird es immer wichtiger, künftig noch mehr junge Frauen für eine "Karriere mit Lehre" im Handwerk zu begeistern. Dies gilt insbesondere für die gewerblich-technischen Berufe, wo heute schon in einigen Bereichen ein Fachkräftemangel feststellbar ist.
Der "Girls'Day" ist eine sinnvolle Initiative, um Schulabgängerinnen gerade für diese Berufe zu interessieren und für die Möglichkeiten der beruflichen Selbstverwirklichung im Handwerk zu sensibilisieren. Dazu kommen die vielfältigen Aufstiegsmöglichkeiten. Eine Umfrage des Deutschen Handwerksinstituts zur Beschäftigungssituation von Frauen im Handwerk hat ergeben, dass 19 Prozent aller Handwerksbetriebe von Frauen geleitet bzw. mitgeleitet werden. Der hohe Anteil von Frauen an den Führungskräften - d.h. Betriebsinhaberinnen, Geschäftsführerinnen sowie Unternehmerehefrauen - spricht dafür, dass im Handwerk Familie und Beruf gut miteinander in Einklang gebracht werden können. Familienfreundliche Rahmenbedingungen müssen auch in gewerblich-technischen Berufen des Handwerks das Ziel sein, um sie attraktiver für junge Frauen zu machen.

Jürgen R. Thumann, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie

"Warum sind Männer erfolgreicher im Job, obwohl Frauen bzw. Mädchen in der Schule häufig bessere Zensuren haben? Eine Antwort lautet: Mädchen nutzen einfach nicht die vielfältigen Berufsmöglichkeiten aus, die es gibt. Mathematik, Informatik, Physik, Chemie studieren immer noch viel mehr Männer als Frauen. Gerade diese klassischen Fächer bieten aber ausgezeichnete Berufsperspektiven. Auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und des drohenden Fachkräftemangels können wir Mädchen nur empfehlen, sich in diesen Bereichen zu qualifizieren", so Jürgen R. Thumann, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). "Gut, dass wir den Girls'Day haben. Der bietet jungen Damen schon frühzeitig - nämlich von der Schulbank aus - die Möglichkeit, sich über zukunftsträchtige Berufsfelder zu informieren und ihr Interesse diesbezüglich zu wecken. Auch die Unternehmen profitieren von dem Mädchen-Zukunftstag. Sie nutzen häufig die Möglichkeit, Schülerinnen mit guten Zensuren gezielt anzusprechen und so potenziellen Nachwuchs zu werben. Und wenn sich die Berufsperspektiven für Mädchen verbessern, bekommen wir auch mehr Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Privatwirtschaft."

Gaststatement

Astrid Nilson, Auszubildende Industrietechnologin

"Ich bin 21 Jahre alt und habe nach dem Abitur im Oktober 2003 meine Ausbildung an der Siemens Technik Akademie zur Industrietechnologin zur Automatisierungstechnik, Schwerpunkt Prozessdatenverarbeitung begonnen. Die Ausbildung besteht aus vier Semestern - drei Semester Theorie und das letzte Semester Praktikum. Ich habe gerade meine Abschlussprüfungen gemacht und am 4. April das Praktikum begonnen. Weitere Informationen über die Ausbildung können sie auch auf folgender Website erfahren: www.sta-web.de/Erlangen/.

Interesse und Neugier an technischen Dingen (auch diese aufzuschrauben und zu schauen, wie sie von innen aussehen und funktionieren) hatte ich schon immer. Ich habe die "alten" PC von meinem Vater bekommen und daran ausprobiert und mich durchgeklickt. So bin ich eigentlich eher unbewusst und spielerisch in das Thema Technik hineingewachsen. Für mich war schon früh klar, dass ich einmal einen Beruf, der in diese Richtung geht, ergreifen möchte. Ich konnte aber nie konkret sagen, was ich einmal machen möchte. Ich wollte "was mit Computern" und vielleicht Programmieren machen, hatte aber keine wirklich konkreten Vorstellungen. Mein Vater, der bei Siemens arbeitet, informierte mich über einen sogenannten Girls'Day und was es damit auf sich hat. Ich war natürlich sofort hellauf begeistert und bewarb mich. Zu meinem Glück bekam ich eine Zusage und besuchte den Girls'Day am 25. April 2002.

Über meine Erfahrungen vom Girls'Day kann ich sagen, dass ich es endlich mal als Möglichkeit gesehen habe, mehr über technische Berufe zu erfahren; auch hinter die Kulissen zu schauen und Leuten, die solche Berufe ausüben, persönlich Fragen stellen zu können. Besonders wichtig war für mich, eine konkrete Vorstellungen von technischen Berufen bzw. Möglichkeiten zu bekommen, die mir vorher gefehlt hatte. Eine Station des Girls'Days meiner Gruppe war die Siemens Technik Akademie (STA) in Erlangen, an der ich Ende diesen Jahres meine Ausbildung beenden werde. Aufgrund dieses Girls'Days und auch, weil meine Schwester die gleiche Ausbildung vor mir abgeschlossen hatte, habe ich mich für diesen Ausbildungszweig entschlossen und bin sehr glücklich mit dieser Wahl. Ich habe dort sehr viel gelernt, was ich mir immer vorgestellt habe, ohne es mir wirklich vorher vorstellen zu können."

Ansprechpartner

Initiative D21 e. V.

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