didacta-Podcast

„Die Unterstützung zu Hause ist entscheidend für den Bildungserfolg“

Wenn ein Fehler zunächst mit einer Lupe als Symbol markiert wird, die später durch ein paar hinzugefügte Striche als Sonne erstrahlt, dann kam die Idee sehr wahrscheinlich von Lern-Coach Caroline von St. Ange.

27.06.2025 Bundesweit Artikel Anna Petersen
  • Caroline von St. Ange mit dem Logo des didacta-Podcasts. © Detlef Eden Caroline von St. Ange gibt im didacta-Bildungspodcast Tipps, wie Lernen Spaß macht und Hausaufgaben besser gelingen.

In der neuen Episode des didacta-Bildungspodcasts erklärt die Buchautorin und Bildungsinfluencerin, was Hausaufgaben mit Zähneputzen gemeinsam haben und warum es manchmal hilft, Rechenaufgaben zu zerschneiden, zu verbrennen oder zu verstecken. Denn: Mit seinem Kind zu Hause zu lernen, kann eine riesige Chance sein, findet von St. Ange. Dass diese Chance genutzt und die gemeinsame Lernzeit sogar als schön wahrgenommen wird, das ist das Ziel ihrer Arbeit. Auch wenn die Lernexpertin gegenüber Redakteurin Anna Petersen einräumt: „Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch.“

Das Gespräch führte Anna Petersen am 13. Juni 2025.

Hören Sie die aktuelle Folge des didacta-Podcasts:

Anna Petersen: Caroline, ich würde gleich mal mit einem Zitat von dir beginnen: „Ich bin überzeugt, dass es andere Möglichkeiten gibt, als Kinder unter Druck zu setzen oder sie zu bestechen, damit sie lernen.“ Mit diesen Worten hast du dich ja vor fünf Jahren auf deinem Instagram-Account „Learn Learning with Caroline“ vorgestellt. Ich entnehme dem: keine Süßigkeiten, keine Drohungen. Was rätst du stattdessen?

Caroline von St. Ange: Was man immer wissen muss, wenn man Kinder für etwas belohnt, dann schwingt damit automatisch mit, dass ich der Meinung bin, dass die Sache, die sie machen sollen, unangenehm und schlecht ist. Und deswegen belohne ich sie dafür. So, wie wenn ich meinem Kind sage: „Bitte lass dich jetzt beim Arzt impfen und dafür kriegst du nachher ein Eis.“ Es ist eine unangenehme Sache.

Kinder sind ziemlich schlau, die verstehen das sofort. Und wenn ich das natürlich mache, dann kommt das bei den Kindern an, und das ist ja genau das Gegenteil von dem, was ich wirklich möchte. Ich möchte ja, dass sie gerne lernen, und Drohen ist natürlich noch schlimmer. Da arbeite ich dann mit Angst. Und es gibt auch so einen schönen Satz: Wer mit Angst lernt, lernt die Angst gleich mit.

Also, es ist noch nie was Positives dabei herausgekommen. Wenn ich jemandem gedroht habe und er dann aus Angst gelernt hat. Das funktioniert in ganz, ganz krassen Extremsituationen einmal ganz kurz, aber langfristig schade ich damit meinem Kind und mir und der Beziehung und allem Drum und Dran. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kinder prinzipiell gerne lernen. Das ist in uns allen so angelegt. Auch Erwachsene lernen noch gerne. Unser Gehirn ist extra so gebaut, dass es da ein ganz großes Belohnungssystem gibt und es sich total gut anfühlt, wenn man was Neues gelernt hat. Und das ist bei Kindern noch viel mehr der Fall. Und deswegen fange ich mit so was erst gar nicht an! […]

Das komplette Gespräch finden Sie auf Spotify, Apple, und Deezer.



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