Die Schule im Dorf lassen

"Die vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik heute veröffentlichte Schülerprognose für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW zeigt erneut, dass insbesondere im ländlichen Raum Konzepte für den Erhalt eines wohnortnahen, qualitativ hochwertigen Bildungsangebots gefragt sind", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW. "Der VBE fordert die Landesregierung einmal mehr auf, nicht die Augen vor dieser Entwicklung zu verschließen."

30.10.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Landesregierung lässt in Ausnahmefällen den Zusammenschluss von Haupt- und Realschulen zu. Darüber hinaus verweist sie immer wieder auf die Möglichkeit, Hauptschulen auch als Kleinstsysteme zu erhalten. Viele Schulträger haben aber längst erkannt, dass ihnen das in ihrer Schulentwicklungsplanung nicht weiterhilft. Sie entwickeln weitergehende Konzepte. Dabei bedenken viele bereits, dass die Schulentwicklungsplanung der Zukunft sich nicht mehr an Kirchturmspolitik orientieren darf, sondern den Aufbau regionaler Bildungslandschaften zum Ziel haben muss.

"Die Landesregierung hat sich in Schulstrukturfragen offensichtlich eingemauert und lugt ab und zu hinter der selbstgebauten Mauer hervor, um zu sehen, ob draußen alles noch halbwegs funktioniert", so Beckmann weiter. "Es ist an der Zeit, dass sie diese selbst errichtete Mauer einreißt und damit freie Sicht auf die Bedürfnisse der Schulträger und die entsprechenden Entwicklungen bekommt. Die Zahlen des Landesamtes stellen für die Landesregierung eine Verpflichtung zur Weitsicht dar."

In Schleswig-Holstein hat man diese Entwicklung längst zur Kenntnis genommen und mit dem neuen Schulgesetz den Schulträgern die Möglichkeit gegeben, Gemeinschaftsschulen einzurichten, die dem VBE-Modell der Allgemeinen Sekundarschule entsprechen. Von dieser Möglichkeit machen diese auch verstärkt Gebrauch. Dabei entstehen keineswegs Mammutschulen mit mehr als 1000 Schülern, wie die nordrhein-westfälische Landesregierung uns gerne glauben machen will.

"Die Landesregierung ist mit der Option angetreten, um jeden Preis das gegliederte Schulsystem zu erhalten", so Beckmann abschließend. "Ihr sei ins Stammbuch geschrieben, es mit Bert Brecht zu halten: Wer a sagt, muss nicht b sagen. Er kann auch erkennen, dass a falsch war."


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