Die undifferenzierten Aussagen des Kriminologen Pfeiffer zur Hauptschule sind unlauter

Die Thesen von Prof. Pfeiffer, die Hauptschule sei ein Verstärker von Jugendgewalt und Ort "vergammelter Nachmittage", treffen nicht die schulische Wirklichkeit und werden in keiner Weise den unterschiedlichen Situationen in Deutschland gerecht. Den Versuch, die Hauptschule pauschal in den Kontext zur Jugendkriminalität zu stellen, sieht das Bayerische Kultusministerium als unlauter an. Eine derartige Verbindung undifferenziert herzustellen entspreche nicht den Anforderungen an wissenschaftlich fundierte Aussagen.

25.08.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Es ist enttäuschend, dass Prof. Pfeiffer die unterschiedlichen Situationen in den Ländern nicht zur Kenntnis nimmt. "Die Hauptschule" bezeichnet zum Beispiel in Berlin eine Schulart, die von einer einstelligen Prozentzahl der Schüler eines Jahrgangs besucht wird, in Bayern aber von mehr als einem Drittel. Darüber hinaus hat nicht nur PISA gezeigt, wie erfolgreich in den bayerischen Hauptschulen gearbeitet wird. Hier erreichen die Schülerinnen und Schüler deutlich bessere Leistungen als die Schüler der Integrierten Gesamtschulen in Berlin, Brandenburg und Hamburg.

Bayern gehört damit zu den Ländern, die eine relativ schwache Kopplung von sozialer Herkunft und erreichter Kompetenz bei hohem Kompetenzniveau aufweisen. Dies wird im PISA-Bericht ausdrücklich erwähnt und gilt auch für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Sie erzielen in Bayern bessere Leistungen als Migrantenkinder in sämtlichen anderen deutschen Ländern.

Insofern mögen die Aussagen von Prof. Pfeiffer vielleicht Schlagzeilen machen, die Situation in Bayern treffen sie jedoch ganz sicher nicht.


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