Bildungsinvestitionen

Digitaler-Millionen-Schub für Bremer Schulen

In einer ersten Tranche investiert der Bremer Senat 16,7 Millionen Euro in einen mächtigen digitalen Schub für die öffentlichen Schulen des Landes Bremen. Darin enthalten: 7.680 ipads für alle Lehrkräfte, Referendare sowie insgesamt 30.000 ipads für Schüler, die in einem Haushalt mit schwierigen sozialen Herausforderungen leben.

08.07.2020 Bremen Pressemeldung Bremen Senatorin für Kinder und Bildung
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Hinzu kommen Mittel für Videokonferenz-Lösungen. Zudem werden die Senatorin für Kinder rund Bildung (SKB) und der Senator für Finanzen (SF) beauftragt, ein Konzept zu erstellen, um weitere Tranchen ipads für alle weiteren Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen des Landes Bremen beschaffen zu können (zusätzlich rund 60.000 ipads/ 35 Mio. Euro). Das hat der Bremer Senat gestern beschlossen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Schulen sind immens. Um einen krisensichereren Unterricht zu ermöglichen, muss die digitale Ausstattung verbessert werden. Die Krise hat gezeigt: Digital gut gewappnete Schulen konnten die Situation zumeist besser bewältigen. Es ist also dringend erforderlich, das Lehren und Lernen auf Distanz durch umfassende digitale Strukturen an allen öffentlichen Schulen schnell sicherzustellen. Gleichzeitig ist es notwendig, der digitalen Spaltung entgegenzuwirken. Die Mittel vom Bund reichen dafür nicht aus. Aus dem Zusatzprogramm des Digitalpaktes für bedürftige Schülerinnen und Schüler können im Land Bremen rund 10.000 ipads (Anteilig für Bremen, Bremerhaven und freie Schulträger) finanziert werden. Der Bremer Senat stockt diese Mittel für die öffentlichen Schulen des Landes so weit auf, dass insgesamt 90.000 Schülerinnen und Schüler ein ipad von zu Hause für den Distanzunterricht nutzen können – ausgeliehen über ihre Schule. Verteilt werden die ersten 30.000 Geräte nach sozialer Bedürftigkeit (Sozialindex) an die öffentlichen Schulen.

„Das digitale Lehren und Lernen war in den vergangenen Wochen für weiterführende Schulen fast unausweichlich. Die Pandemie fordert von allen ein schnelles Umdenken. An einigen Schulen konnten Lehrkräfte sowie Kinder und Jugendliche fast nahtlos vom Präsenz- in den Distanz-Unterricht wechseln. Vor dem Hintergrund der Pandemie wollen wir die technischen Voraussetzungen dafür an allen Schulen des Landes umfangreich ermöglichen. Dafür ist es dringend notwendig, dass alle Schülerinnen und Schüler zu Hause einen Zugang zu unserer Lernplattform itslearning zu bekommen. Dies gilt im ersten Schritt für die Kinder und Jugendlichen, die zu Hause kein Endgerät haben, bzw. sich eines mit Geschwistern und Eltern teilen müssen. Wichtig ist es auch, pädagogische Bedürfnisse zu berücksichtigen. Dies gilt für Schülerinnen und Schüler, die einer Risikogruppe angehören, aber auch für Jugendliche, die kurz vor ihrem Abschluss stehen“, sagt Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung.

Senator Dietmar Strehl: "Wir leisten mit diesen Investitionen einen Riesenkraftakt, der notwendig ist. Lehrkräfte müssen auch digital unterrichten können und die Schulen brauchen eine krisenfeste IT-Infrastruktur."

Zudem werden künftig alle Lehrkräfte sowie Referendarinnen und Referendare mit ihrem Dienst-ipad beispielsweise auf die landesweite Lernmanagement-Plattform itslearning zurückgreifen und arbeiten können. Durch die flächendeckende, zentrale Verteilung der ipads können zahlreiche technische und organisatorische Probleme gelöst und die nachhaltige Digitalisierung der Schulen vorangetrieben werden. Die vorhandene IT-Struktur im Land Bremen lässt eine nahtlose Integration der ipads zu. Das beinhaltet auch den technischen Support der Geräte.

"Diese Maßnahmen bedeuten einen echten Schub für die Digitalisierung des Lernens und des Lehrens im Land. Um diese gut zu flankieren, und da sind wir uns mit dem Personalrat Schulen einig, wird die Nutzung von itslearning für Lehrkräfte verpflichtend gestaltet. Die Details der neuen Dienstvereinbarung werden dazu gerade verhandelt. Wichtig sind natürlich auch ausreichende und schulstufenspezifische Fortbildungen, die das Zentrum für Medien im Landesinstitut bereits seit Wochen in erhöhter Anzahl als Webinare erfolgreich anbietet. Sowohl für den Support als auch für Fortbildungen und weitere Maßnahmen werden wir mehr Personal einsetzen – insgesamt rund 27 Stellen im ersten Schritt Ich freue mich sehr, dass wir in all diesen Punkten im Senat an einem Strang ziehen, um der Schullandschaft den digitalen Schub zu verleihen", so Bogedan.

Dietmar Strehl fügt hinzu: "Die Anschubfinanzierung zur umfassenden Digitalisierung der Schulen in Höhe von 16,7 Millionen Euro wird aus dem Bremen-Fonds finanziert. Bremen zeigt sich handlungsfähig. Wir ziehen auch an den Schulen Konsequenzen aus der Corona-Krise. Natürlich werden künftige Haushalte durch fortlaufende Personalkosten belastet."


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