Doppelter Abiturjahrgang 2011

Vorschläge und Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der in den nächsten Jahren stark steigenden Studierendenzahlen und des doppelten Abiturjahrgangs, der 2011 an die Hochschulen wechselt, soll eine interministerielle Expertengruppe erarbeiten. Diese hat das Bayerische Kabinett auf Vorschlag von Wissenschaftsminister Thomas Goppel und Kultusminister Siegfried Schneider am Dienstag in München eingesetzt.

26.04.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Im Zentrum der Arbeit der Fachleute soll die Frage stehen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um der in den nächsten Jahren weiter wachsenden Nachfrage nach Studienplätzen gerecht zu werden. "Wir wollen den Abiturienten des Jahres 2011 gute Studienbedingungen eröffnen", so Kultusminister Siegfried Schneider. Wissenschaftsminister Thomas Goppel: "Dazu müssen wir ressortübergreifend eine vorausschauende Planung gewährleisten. Die Fachleute sollen die für die Hochschulen notwendigen Maßnahmen benennen und mögliche Auswirkungen auch auf andere Bereiche wie den Lehrstellen- und Arbeitsmarkt beschreiben."

Zudem beauftragte der Ministerrat die Arbeitsgruppe, die Möglichkeiten einer Abstimmung mit anderen Ländern der Bundesrepublik zu prüfen. Wissenschaftsminister Thomas Goppel hob hervor, dass der zu erwartende Anstieg der Studierendenzahlen als "Chance für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Bayern" zu verstehen ist. Für die Zukunftsfähigkeit Bayerns sei es von entscheidender Bedeutung, dass diese vorerst letzte zahlenmäßig starke Studentengeneration gute Ausbildungsbedingungen erhält.

Demographisch bedingt werden die Studierendenzahlen in den nächsten Jahren weiter steigen. Hinzu kommt, dass 2011 infolge der Einführung des achtjährigen Gymnasiums zwei Schülerjahrgänge ihr Abitur ablegen und damit an die Hochschulen kommen. Für die Jahre 2011 und 2012 erwarten Prognosen jeweils über 65.000 Studienanfänger, das entspricht einer um 30 Prozent erhöhten Nachfrage gegenüber dem heutigen Niveau. Die auf der Basis von Prognosen der Kultusministerkonferenz für Bayern erstellten Berechnungen gehen davon aus, dass die Zahl der Studierenden insgesamt im Spitzenwert auf bis zu 325.000 (gegenüber derzeit rd. 250.000) ansteigen und sich danach mittelfristig auf hohem Niveau einpendeln wird: bis 2020 ist dauerhaft mit über 300.000 Studierenden an bayerischen Hochschulen zu rechnen (20 Prozent mehr als bisher).

Neben dem Wissenschafts- und Unterrichtsministerium sind das Arbeits-, Finanz- und Wirtschaftsministerium in die Arbeitsgruppe eingebunden.


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