Studie

Ein Drittel der Jugendlichen hält sich mehrere Bildungsoptionen offen

Zwei Drittel der Jugendlichen geben an, sich relativ sicher über den Bildungsweg nach dem Schulabschluss zu sein. Zugleich erwägt rund ein Drittel mehr als eine Möglichkeit – etwa Ausbildung, weiterführende Schule oder Studium. Das zeigt die Studie „BeYou – Berufswahl und Du“ des IAB, die den Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf begleitet.

12.11.2025 Bundesweit Pressemeldung Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
  • Gut gelaunte Kinder sitzen in der Schule um einen Tisch und lernen. © Adobe Stock Auch 35 Prozent der Jugendlichen, die nicht im Bewerberpool der BA erfasst sind, ziehen eine betriebliche Ausbildung in Erwägung.

Jugendliche, die sich auf einen Abschluss der Sekundarstufe I vorbereiten, ziehen am häufigsten eine betriebliche Ausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule in Erwägung. Jugendliche mit Aussicht auf eine Hochschulreife bevorzugen mehrheitlich ein Studium, gefolgt von einer betrieblichen Ausbildung. Knapp die Hälfte der angehenden (Fach-)Abiturient:innen zieht mehrere Bildungsalternativen in Betracht – deutlich mehr als Jugendliche der Sekundarstufe I (Haupt-, Real- und Gesamtschulen) mit 27 Prozent. „Viele Jugendliche setzen sich frühzeitig mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander, halten sich zugleich aber häufig mehrere Optionen offen“, erklärt IAB-Forscherin Silke Anger. „Das kann Ausdruck von Offenheit, aber auch von Unsicherheit angesichts der Vielzahl möglicher Bildungswege sein.“

Unter den Schüler*innen der Sekundarstufe I haben sich 72 Prozent der Jugendlichen, die als Bewerber:innen bei der BA registriert sind, auch tatsächlich auf eine betriebliche Berufsausbildung festgelegt. Doch auch 35 Prozent der Jugendlichen, die nicht im Bewerberpool der BA erfasst sind, ziehen eine betriebliche Ausbildung in Erwägung. Diese Gruppe gilt in der Berufsberatung bislang nicht als ausbildungsinteressiert oder ausbildungsreif, diese Jugendlichen könnten aber durchaus zum Bewerberstatus wechseln. „Jugendliche außerhalb des Bewerberpools dürfen nicht aus dem Blick geraten. Hier kann Berufsberatung frühzeitig ansetzen, Orientierung geben und Wege in Ausbildung sichtbar machen“, betont IAB-Direktor Bernd Fitzenberger. „Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine frühe und passgenaue Berufsorientierung ist – abgestimmt auf den Schulabschluss und den individuellen Entscheidungsstand der Jugendlichen“, so IAB-Forscherin Anna Heusler.

Die IAB-Studie „BeYou – Berufswahl und Du“ befragt seit Frühjahr 2024 rund 6.300 Jugendliche aus Abschlussklassen allgemeinbildender Schulen, die die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch genommen haben. Erfasst werden ihre Pläne und Erwartungen noch während der Schulzeit – und nicht erst rückblickend, wie in früheren Studien.

Die Studie ist online abrufbar im IAB-Forum.

Ein begleitendes Interview zur Studie finden Sie hier.


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