Bayern

Einmal Gesamtschule mit Schulkultur und Chancengerechtigkeit, bitte!

Die LSV Bayern beteiligt sich an der Strukturdebatte des bayerischen Bildungssystems durch ein Seminar zum Thema Gesamtschule und alternative Schulkonzepte.

14.12.2010 Pressemeldung LandesschülerInnenvereinigung Bayern e. V.

So kann es nicht weitergehen, darüber war man sich auf dem Seminar "Gesamtschule – Alternative Schulkonzepte und ihre Möglichkeiten" am Wochenende vom 3. -5. Dezember sofort einig. Doch damit gaben sich die Teilnehmenden nicht zufrieden, sodass sie sich drei Tage lang mit der Frage nach der richtigen Struktur für das bayerische Schulsystem befassten. Das Ergebnis zeigt, dass die Wünsche recht weit von der heutigen Realität entfernt sind. "Es muss etwas passieren", fasst Organisatorin Friederike Frank zusammen.

Ausgehend von der heutigen bildungspolitischen Situation, die von Kritikern als nicht mehr zeitgemäß und unflexibel bezeichnet wird, ist die Suche nach Alternativen unausweichlich. Daher beschäftigte sich das Seminar vor allem mit der Frage des "Wie" einer guten Schule. Als Vorbilder wurden hierzu verschiedene alternative Schulkonzepte diskutiert. Besonderen Gefallen fand man am Konzept der Sudbury Valley School, vorgestellt durch Margarete Hentze und Marco Riccato von Sudbury München e.V. Durch den grundlegen-den Gedanken jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich barrierefrei zu entfalten und selbst zu bilden, entsteht in dieser Schulform ein besonders positives Klima. Ebenfalls waren Monika Ullmann und Manfred Burghardt des Montessori Landesverband Bayern e.V. zu Gast. Peter Pflugrad kommentiert ihre Vorstellung mit den Worten: "Hört sich stark an, schade, dass es bisher nur relativ wenige dieser Schulen gibt! Das wäre eine tolle Alternative zum jetzigen System."

Die Seminarteilnehmenden kamen nach langen Diskussionen zu dem Ergebnis, dass die bemängelte Chancengerechtigkeit des bayerischen Schulsystem sich lösen lässt: durch die Umsetzung alternativer Schulkonzepte. Gelebte Demokratie und positiver Gemeinschaftssinn müssen tragende Säulen des Bildungssystems sein, um eine umfassende Bildung zu gewährleisten.

"In der Strukturdebatte um das Bildungssystem ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen", gibt sich Sarah Houter, Vorstandsvorsitzende der LSV, entschlossen. "Selbst in Bayern ist ein Umbau der Schulen möglich!". Aktuelles Beispiel dafür ist die Eröffnung eines reformpädagogisch orientierten Jenaplan-Gymnasiums in Nürnberg 2010. Darüber hinaus haben unter anderem die Gemeinschaftsschul-Initiativen im Landkreis Eichstätt und in der Landeshauptstadt München ein erfolgversprechendes Vorhaben. Genauso wie die Initiative zur Eröffnung einer demokratischen Schule nach Sudbury-Vorbild in München im nächsten Schuljahr. Sie machen Mut und zeigen, wie es anders geht. Die LSV fordert Kultusminister Spaenle auf, angesichts der professionellen Konzepte die Zustimmung zu erteilen. Ein Abweisen der Konzepte und somit weiteres Festhalten an vermeintlich erfolgreichen "bayerischen Sonderwegen" ist absolut ignorant.


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