Migration

"Eltern von Zuwandererfamilien müssen sich aktiv in Schulen einbringen"

Eine aktive Mitarbeit der Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund und den Migrantenorganisationen bei der Integration hat Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle heute in München gefordert. "Die Eltern von Zuwandererfamilien müssen ihren Beitrag zur Integration durch schulische Bildung leisten, sie müssen sich aktiv ins Schulleben einbringen und unsere Lehrkräfte im Bildungs- und Erziehungsauftrag unterstützen", betonte der Minister.

13.10.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Dr. Spaenle hatte 2009 eine Arbeitsgruppe zur Elternzusammenarbeit im Rahmen des Runden Tischs zur Integration eingerichtet. Einbezogen sind Mitglieder ausländischer Elternvereine, z.B. türkischer, italienischer und griechischer Herkunft.

"In besonderer Pflicht sehe ich die Migrantenverbände. Sie sollen ihre Mitglieder auf der Basis des Vertrauens dazu motivieren, sich aktiv und positiv an dem Integrationsprozess in die bundesdeutsche und bayerische Gesellschaft zu beteiligen und klar "Ja" zu unserer demokratischen Grundordnung zu sagen". Als Basis der Verpflichtung wertet Minister Spaenle die Erklärung "Integration als Chance – gemeinsam für mehr Chancengleichheit", die die Kultusministerkonferenz 2007 mit den Migrantenorganisationen vereinbart hatte.

Bayern setzt Gesamtkonzept zur schulischen Integration um

Kultusminister Dr. Spaenle hatte 2009 ein "Gesamtkonzept zur schulischen Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund" vorgelegt. Auf seiner Basis eröffnet der Freistaat Bayern den Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien vielfältige Angebote. "Wir wollen die jungen Leute unterstützen, dass sie ihre Talente entfalten und so den entsprechenden schulischen Erfolg erzielen", so der Minister. "Wir dürfen nicht damit zufrieden sein, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund aus Bayern in Vergleichsstudien zwar besser abschneiden als junge Menschen aus Zuwandererfamilien in anderen Ländern. Sie bleiben aber trotzdem insgesamt deutlich hinter ihren gleichaltrigen bayerischen Mitschülern zurück."

Deutlich sind einige positive Trends. So leistet die Berufliche Oberschule mit Fach- und Berufsoberschule einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund beträgt z. B. an Fachoberschulen 11,7 Prozent und an Berufsoberschulen 10,8 Prozent – er liegt damit etwa so hoch wie der Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund in einem durchschnittlichen Schülerjahrgang in Bayern.

Auch der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Bayern ohne Schulabschluss ist deutlich zurückgegangen. Lag er im Schuljahr 2003/2004 noch bei 16,5 Prozent, so sank der Anteil 2006/2007 auf 12,7 Prozent.

Deutsche Sprache Schlüssel für Integration

Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund liegt in den Grundschulen bayernweit bei etwa 12 Prozent. Dabei gebe es deutliche regionale Unterschiede. "Mit enormen Anstrengungen unterstützen wir junge Leute mit Migrationshintergrund bei dem Weg in unsere Gesellschaft", so der Minister. Dies sei auch nötig. Integration ermöglicht für Spaenle Erfolg in der Gesellschaft und im Arbeitsleben. Sie sei auch die Basis dafür, dass die Mehrheitsbevölkerung und die Zuwanderer im Einklang miteinander leben.

Im Zentrum der schulischen Maßnahmen steht die Förderung der jungen Zuwanderer in der deutschen Sprache. 17.562 Kinder nehmen bereits im Kindergarten an Vorkursen zur Deutschförderung teil, 4.425 Grund- und Hauptschüler besuchen Deutschförderklassen und 5.412 nehmen an Deutschförderkurse teil, nannte der Minister Beispiele. Der Freistaat stellt im laufenden Schuljahr allein 736 Lehrervollzeitstellen zur Sprachförderung von Kindern aus Zuwandererfamilien zur Verfügung. Die Klassenhöchststärke wird auf 25 Schüler für die Klassen an Grund- und Haupt-/Mittelschulen begrenzt, wenn der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund über 50 Prozent liegt. Der Ausbau der Ganztagsangebote erhöht die Möglichkeiten der individuellen Förderung weiterhin.

Spaenles Konzept zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund umfasst zahlreiche weitere Maßnahmen, etwa den Aufbau interkultureller Kompetenzen bei Lehrkräften und Schülerschaft sowie das Angebot des Islamischen Unterrichts. Dieser wird an rund 250 Schulen unter staatlicher Aufsicht und auf dem Boden der Bayerischen Verfassung erteilt.

Klares Nein zu Mobbing

Staatsminister Spaenle machte klar: "Wenn Kinder – egal welcher Nationalität und Herkunft – gemobbt werden, muss dem mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden."

Eine gelingende Integration ist die Voraussetzung dafür, dass die Mehrheitsbevölkerung und die Zuwanderer in Einklang zusammenleben, betonte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle mit Blick auf die aktuelle Diskussion.


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