Erdsiek-Rave zu den Pressemeldungen über PISA-Ergebnisse

"Noch werden Agentur- und Pressemeldungen diskutiert, die bisher noch nicht offiziell bestätigt wurden. Die offizielle Vorstellung der PISA-Ergebnisse findet am 7. Dezember statt. Sollten sich die Meldungen bestätigen, dann entspricht das unseren Erwartungen. Veränderungen im Bildungswesen brauchen Zeit - zwischen den Ergebnissen von PISA I und den Erhebungen von PISA II lagen knapp eineinhalb Jahre. Schule reagiert nicht auf Knopfdruck. Aber sie ist in Bewegung und das macht sich offensichtlich auch in tendenziellen Verbesserungen bemerkbar.

22.11.2004 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung

Das wiederum bestätigt: Unser Kurs ist richtig. Die Kultusministerkonferenz hat Standards verabschiedet. Schleswig-Holstein hat darüber hinaus seit Dezember 2001 und Juli 2002, also seit der Veröffentlichung von PISA-I und PISA-E kurz- und mittelfristig mit seinem Konzept des Forderns richtig reagiert. Wir fangen mit dem Fordern und Fördern in den Kitas an. Dazu haben wir Leitlinien zum Bildungsauftrag eingeführt. Wir haben in Schleswig-Holstein ein vorbildliches integratives Sprachförderkonzept. Wir haben die Verlässliche Grundschule eingeführt. Und wir stärken in Schleswig-Holstein den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht durch verschiedene innovative Projekte wie zum Beispiel SINUS. Mit der Initiative "Jede Stunde zählt" kämpfen wir erfolgreich gegen Unterrichtsausfall. In unserem Land gibt es Lernpläne für schwache und starke Schüler. Wir verfügen als erstes Bundesland über eine Externe Evaluation im Team, den so genannten Schul-TÜV. Schleswig-Holstein hat ein abgestimmtes Handlungskonzept zur Stärkung der Hauptschulen. Wir haben die Hochbegabtenförderung erweitert, und wir reformieren schrittweise die Lehrerbildung, den Vorbereitungsdienst haben wir bereits in die schulische Praxis verlagert. Fast jede fünfte Schule in Schleswig-Holstein bietet bereits ganztägige Angebote an.

Und: wir sparen nicht bei der Bildung. Wir investieren in Qualität und in Quantität. Jede freiwerdende Lehrerstelle wird neu besetzt. Zusätzlich werden jedes Schuljahr 200 neue Stellen geschaffen.

Den erschreckenden Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungsweg aufzubrechen, das ist die Aufgabe, vor der wir jetzt stehen. Wer jetzt noch - wie die CDU - auf Verschärfung der Auslese setzt, ist rückwärtsgewandt und blind für dieses Kardinalproblem des deutschen Bildungssystems. Wir haben uns in Schleswig-Holstein entschieden für den Weg des längeren gemeinsamen Lernens mit dem langfristigen Ziel der Gemeinschaftsschule bis zum Ende der Sekundarstufe. Wir werden diesen Weg konsequent und schrittweise gehen."


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