Erschreckend große Leistungsunterschiede
Als erschreckend groß hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die im IQB-Ländervergleich für 2012 deutlich gewordenen Leistungsunterschiede bei Schülern in Mathematik und Naturwissenschaften bezeichnet.
11.10.2013 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)"Dauerhaft dürfen wir uns nicht damit abfinden, dass die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Bundesländern so weit auseinanderklaffende Kompetenzniveaus erzielen, weil damit auch unterschiedliche Zukunftschancen verbunden sind!", sagte der Verbandschef in Berlin.
Er gratulierte den Siegerländern Sachsen und Thüringen zu ihren sehr guten Ergebnissen. Dies zeige, dass in diesen Ländern der Stellenwert naturwissenschaftlich-mathematischer Bildung nach wie vor hoch sei, was sich auch in entsprechender Ausstattung der Stundentafeln und einer hohen Qualität der Lehrerbildung spiegele.
Manches alte Bundesland müsse sich aber fragen, ob die Reformen der letzten Jahre, etwa auch die Stundentafelkürzungen bei Einführung des G8 in diesem Bereich, für die Sicherung der Qualität hilfreich waren, so Meidinger. So sei es auch für die künftigen länderübergreifenden Bestandteile der Abiturprüfung Mathematik nicht mehr sicher, dass die bisher führenden süddeutschen Länder hier weiterhin die Nase vorn haben. Besonders ärgerlich sei das niedrige Leistungsniveau in den Stadtstaaten verbunden mit einer besonders engen Koppelung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft dort.
Eine besondere Herausforderung nannte der DPhV-Vorsitzende die riesige Leistungsdifferenz von 82 Punkten zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Schichten. "Gerade in Mathematik und den Naturwissenschaften, wo die Sprache keine so große Rolle spielt, müsste man eigentlich erwarten, dass die soziale Herkunft und der Migrationshintergrund nicht so stark zu Buche schlagen. Hier ist vertiefte Ursachenforschung angesagt!", betonte Meidinger.
Der Bundesvorsitzende stellte die Vermutung an, dass fehlende Übungszeiten in der Schule aufgrund zu geringer Stundenausstattung zu Hause in bildungsnahen Familien besser kompensiert werden könnten als in bildungsfernen. Er mahnte deshalb mehr Ganztagsschul- und Förderangebote an. Abschließend sagte er: "Die Möglichkeiten von Schulen, durch Zusatzstunden leistungsschwächere und leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler vermehrt zu fördern und zu fordern, müssen in allen Bundesländern stark ausgebaut werden."
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