FDP-Vorstoß, Einstieg in den Ausstieg aus Schulvielfalt und Wahlfreiheit?
Das Aktionsbündnis Schule (ABS), in dem 17 schulische, hochschulpolitische und außerschulpolitische Organisationen und Institutionen kooperieren, bedauert sehr, dass sich die nordrhein-westfälische FDP in der Schulpolitik vom ´Leitbild des freien Menschen in einer freien Gesellschaft´ verabschiedet. Das ABS sieht in dem Vorschlag des FDP-Landesvorsitzenden, Andreas Pinkwart, zur Zusammenfassung von Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen die programmatische Abkehr von ´mehr Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit des einzelnen´.
13.11.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Aktionsbündnis SchuleEs gibt keine Notwendigkeit, bei rückläufigen Schülerzahlen panikartig Schulvielfalt und Elternwahlfreiheit zu opfern. Selbst ein Schülerrückgang um bis zu 20 % in den nächsten 15 Jahren führt nicht zu einem größeren Schulsterben in Nordrhein-Westfalen. Vielmehr eröffnet diese Entwicklung Perspektiven, in überschaubaren Systemen pädagogische Vorbereitungen umzusetzen.
Das Aktionsbündnis erinnert die FDP daran, dass das Schulgesetz in Einzelfällen organisatorische Lösungen ermöglicht. Diese aber sind an Bedingungen geknüpft, damit die Kommunen nicht in einen "Schulkannibalismus" verfallen.
Die Mitglieder des Aktionsbündnisses warnen die FDP vor einem Eintritt in den Kreis des Struktur-Populisten. Je eindimensionaler und vereinheitlichter ein Schulsystem ist, umso ungerechter ist es. Die Eltern und Schüler suchen sich dann Auswege in Privat- und Ersatzschulangeboten.
Entscheidend für die Qualität eines Schulsystems sind nicht die Strukturfragen, sondern die inhaltliche Ausgestaltung. Guter Unterricht muss daher der Maßstab für jede Schulreform sein.
"Irrlehren und Vorurteile vernebeln die klare Sicht. Schlichtdenker und Schlechtredner fügen dem Schulsystem und damit unseren Kindern Schaden zu. Die FDP sollte schnellstens auf Distanz gehen und sich wie bisher für Schulvielfalt, Eltern- und Schülerwahlfreiheit einsetzen. Die Fehler, die man zugibt, werden einem am ehesten verziehen", so der Sprecher des Aktionsbündnisses, Peter Silbernagel.
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